Über den Apennin zur Poebene

17.05.2019 Florenz – Pistoia 47,7 km und 170 Hm

Ursprünglich wollten wir in Florenz einen Ruhetag einlegen aber wir beschlossen, stattdessen eine Kurzetappe zurück zu legen. Die 11 km hinaus aus Florenz dauerte eine ganze Stunde, da Baustellen, Einbahnstraßen und viele Ampeln, bei stressigem Verkehr, uns aufhielten. Immer wieder waren wir von Autobahnen umzingelt und oft war es nicht ganz einfach, einen Durchschlupf mit den Rädern zu finden.

Nach 2 Stunden erreichten wir Prato, mit 192.000 Ew. die zweitgrößte Stadt der Toskana. Hier befindet sich das Zentrum der italienischen Textilindustrie, die aber inzwischen fast gänzlich in Hand der Chinesen ist.

Weiter ging es dann nach Pistoia. Wir fanden ein nettes Hotel im Altstadtbereich und erkundeten dann noch die Sehenswürdigkeiten. In Pistoia (90.000 Ew.) ist die Altstadt von einer Stadtmauer umgeben.

Heute führte die 1000 Miglia durch Pistoia. Miglia (Abkürzung: MM; italienisch: Mille „Tausend“, Miglia „Meilen“) bezeichnete ein Autorennen über öffentliche Straßen auf einem Dreieckkurs im Norden von Italien in den Jahren von 1927 bis 1957 Mille. Seit 1977 findet jeweils im Mai als viertägige „Mille Miglia Storica“ eine jährliche Neuauflage mit historischen Fahrzeugen statt, deren Typen damals teilgenommen hatten.

Hierbei wird nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit gefahren, sondern auf Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit.


18.05.2019 Pistoia – Porretta Terme 36,9 km und 743 Hm

Auf die Wettervorhersage war wieder kein Verlass. Es sollte bewölkt aber trocken sein, aber schon bei der Abfahrt vom Hotel regnete es leicht. So zogen wir gleich unsere Regenklamotten an und waren so für die weitere Fahrt richtig ausgerüstet. Vom Ortsausgang führte uns ein schmales und einsames Sträßchen steil bergauf.

Zwar waren wir nahezu alleine unterwegs aber dafür war es mit Steigungen bis 21 % extrem steil und, da selbst das Schieben sehr anstrengend war, kamen wir nur langsam vorwärts. Nach Erreichen der Hauptstraße legten wir bei stärker werdendem Regen eine längere Kaffeepause ein. Danach ging es bei moderaten Steigungen von 4% - 5% weiter. Auf 808 m Höhe folgte ein 1,1 km langer Tunnel, der uns die Auffahrt bis zum 942 m hohen Passo di Collina ersparte. Die nun folgende Abfahrt wäre bei schönem Wetter sicher ein Genuss gewesen. Aber der Regen und die tiefhängenden Wolken ließen keine große Freude aufkommen.

Daher beendeten wir im Thermalort Porretta Terme auf 350 m Höhe (4750 Ew.) unsere heutige Etappe und fanden völlig durchnässt und halb erfroren um 12 Uhr Unterschlupf in einem Hotel.


Porretta Terme

Porretta Terme – Bologna/Lovoleto 73,2 km und 213 Hm

Nach dem Frühstück warteten wir noch bis 9:30 Uhr, bis der Regen wenigstens etwas nachließ.


Trister Ausblick vom Hotelzimmer

Die eigentlich schöne Strecke am Fiume Reno entlang war wolkenverhangen und es kam mal mehr, mal weniger Nass von oben.

Gegen 14 Uhr erreichten wir Bologna (390.000 Ew.), wo wir auf gut ausgeschilderten Radwegen ins Zentrum gelangten. Im Juni 2006 besuchten wir schon einmal die Stadt bei unserer Radtour von Istanbul zum Bodensee. Auf dem Weg in die Altstadt trafen wir noch auf 2 Radler aus Hamburg, die nach Rimini unterwegs sind.

Nach der Besichtigung der Stadt fuhren wir noch ca. 10 km bis zu einem kleinen Vorort, wo wir in einem B&B gebucht hatten. Hier konnten wir mal wieder selbst kochen und früher als sonst üblich das Abendessen einnehmen.


20.05.2019 Bologna/Lovoleto – Ferrara 40,9 km und 43 Hm

Nach einem hervorragenden Frühstück in unserem B&B setzten wir unsere Reise bei Nieselregen fort.

Auf der nahezu ebenen Strecke kamen wir gut vorwärts. Getreidefelder und Obstplantagen prägen in diesem Teil der Poebene das Landschaftsbild. Durch die ergiebigen Regenfälle der letzten Zeit stehen viele Felder teilweise unter Wasser. Schon zur Mittagszeit erreichten wir Ferrara, wo wir in einem modernen 4 Sterne Hotel mit Frühstücksbuffet für 55,00 € gebucht hatten.

Später machten wir uns, mit einem Stadtplan bewaffnet, auf, die historische Altstadt zu besichtigen.


Viele Radler sind in der Studentenstadt unterwegs.


Palazzo Municipale


Castello Estense ist vollständig von einem Wassergraben umgeben

Ab und an blinzelte am Mittag die Sonne durch die Wolkendecke und es blieb trocken bei 19°C.

Wunderschöne Toskana

14.05.2019 Perugia – Arezzo 88,6 km und 618 Hm

Der Wetterbericht kündigte für heute trockenes aber recht stürmisches Wetter an, was dann auch zutraf. Die Ausfahrt aus Perugia war recht kompliziert, da viele Einbahnstraßen, Autobahnauffahrten und extrem schlechte Straßen wieder volle Konzentration erforderten.


Mini Metro. Um den Verkehr von der Altstadt fern zu halten gibt es riesige Parkplätze außerhalb. Mit Liften und dieser Mini Metro können die Besucher so die Altstadt erreichen.

Auf Radwegen erreichten wir den Lago Trasimero, an dem wir entlangfuhren.


Immer wieder landet man auf ausgewiesenen Radwegen auf kaum fahrbare Strecken.

Danach wurde das Gelände hügeliger und wir sammelten wieder einige Höhenmeter, bevor wir um 15 Uhr Arezzo (100.000 Ew.) erreichten. Somit befinden wir uns wieder in der Toskana. Arezzo wurde von den Etruskern besiedelt und gehörte zu den mächtigsten Orten des Etruskerreiches. Die Stadt liegt etwas abseits der üblichen Touristenrouten, hat aber imposante Paläste und herrschaftliche Patrizierhäuser, sowie monumentale Sakralbauten.


15.05.2019 Arezzo – Siena 64,9 km und 883 Hm

Problemlos ging es aus Arezzo hinaus. Schon bald konnten wir auf eine ruhige Nebenstraße wechseln. Nach ca. 20 km durchfuhren wir den schönen Ort Monte S. Savino und von dort ging es ca. 10 km auf gut fahrbarer Steigung über einen bewaldeten Höhenrücken hinauf auf 600 m Höhe.


Monte S. Savino

Es folgte eine ebenso lange Abfahrt hinunter auf 200 m Höhe, wo wir total ausgekühlt - durch den immer noch sehr kalten Wind – ankamen. Bei der Weiterfahrt nach Siena wurde es immer hügeliger und die Höhenmeter summierten sich.

Sienas Altstadt wird von einem mächtigen Mauerring eingerahmt und durch eines der mächtigen Stadttore gelangten wir in die Altstadt.

Um 13 Uhr erreichten wir unser Hotel und hatten so noch den ganzen restlichen Tag Zeit, die vielen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.


Siena, Plazza del Campo mit Rathaus und 102 m hohem Torre del Magia


Über enge und steile Gassen geht es in die Altstadt


Duomo Santa Maria. Dies ist das herausragendste und bedeutendste gotische Bauwerk aus schwarz-weißem Marmor von ganz Italien.

Leider bewegen sich die Temperaturen noch immer auf sehr mäßigem Niveau und vor allem der kalte Wind macht uns zu schaffen. Aber zum Glück blieben wir wieder trocken und auch die Sonne blinzelte manchmal durch die Wolkendecke.


16.05.2019 Siena – Florenz 78,1 km und 937 Hm

Bei wolkenlosem Himmel aber lausigen 5°C starteten wir von Siena um 7 Uhr. Auch heute war das Gelände wieder sehr hügelig und mehrere, auf Hügeln gelegene Orte, mussten erklommen werden.

Dafür wurde es aber im Laufe des Tages immer wärmer und auch der Wind spielte keine Rolle mehr. Wir fuhren durch das Weinbaugebiet des Chianti, der an den Berghängen angebaut wird.


Neben Wein werden auch Oliven angebaut.

Der Verkehr war auf der gesamten Strecke sehr gering und auch die Straßen waren meist recht ordentlich zu befahren. Bei dem sonnigen Wetter machte heute das Radeln trotz der vielen Höhenmeter wieder richtig Spaß. Schon um 13 Uhr erreichten wir unser Hotel am Rande der Altstadt von Florenz (380.000 Ew.) und nutzten die verbleibende Zeit bis zum Abend, die großartigen Plätze und Gebäude anzusehen.


Duomo di Santa Maria dell Fiore


Überall Menschenmassen


Palazzo Vechio


Ponte Vecchio


Florenz, die Stadt am Arno

Stürmische Tage in Umbrien

10.05.2019 Rom – Rieti 86,8 km und 865 Hm

Überwiegend auf Pflasterstraßen ging es ca. 5 km durch Rom bis hinunter zum Tiber.

Ab hier benutzten wir den Radweg, der auf dem Damm des Tibers entlang ging.

Dann wurde es hektisch. Auf einer engen und extrem verkehrsreichen Strecke ging es ohne Seitenstreifen die nächsten 10 km weiter. Danach wurde es nach einer Autobahnauffahrt deutlich entspannter. Auf breiter und nur mäßig befahrener Strecke mit meist breitem Seitenstreifen ging es nun hinauf auf 400 m Höhe.

Danach ging es wieder auf 280 m hinunter um anschließend wieder auf 592 m anzusteigen. Die jeweiligen Anstiege waren zwar lang, aber gut zu bewältigen, da sie nie mehr als 5 % Steigung aufwiesen. So ging es bei leichter Bewölkung und zeitweiligem Sonnenschein durch eine wunderschöne hüglige Berglandschaft.

Die Abfahrten war genau so angenehm und so rollten wir gemütlich unserem Ziel Rieti (47.000 Ew.) auf 400 m Höhe entgegen. Schon um 13:15 Uhr erreichten wir unser Hotel und schauten uns am Nachmittag in der Stadt, die nicht viel zu bieten hat, um.


Rieti


Die Altstadt ist teilweise von einer Stadtmauer umgeben.


11.05.2019 Rieti – Ferentillo 60,2 km und 497 Hm

Auf landschaftlich schöner Strecke fuhren wir immer an einer bewaldeten Hügelkette entlang Richtung Terni.


Morgennebel im Tal

Über einige Serpentinen ging es zur 300 m tiefer gelegenen Thermalstadt Terni mit 111.000 Ew. Dort tranken wir einen Cappuccino und machten uns dann auf die Weiterfahrt.

Auf einem steilen Sträßchen mit Steigungen zwischen 10% bis 16 % quälten wir uns teils fahrend, teils schiebend wieder bis auf eine Höhe von 400 m zu einem netten kleinen Ort.


Hier reifen schon Feigen und auch Kirschen


Zu diesem Ort ging es steil bergauf

Danach führte wieder, fast ebenso steil, erneut eine Serpentinenstrecke hinunter ins Tal. 10 km später erreichten wir um 13 Uhr unser Tagesziel Ferentillo.

In einem Agriturismo machten wir dort Quartier. Am Nachmittag schauten wir uns noch das Mumienmuseum an und machten noch einen Spaziergang zu einigen Kletterfelsen+


12.05.2019 Ferentillo – Assisi 67,7 km und 558 Hm

Beim Blick vor unsere Unterkunft stellten wir fest, dass es wieder einmal regnete. Nach dem Frühstück hörte der Regen jedoch auf und wir konnten um 7:45 Uhr unsere heutige Tour bei 10°C beginnen. Zunächst ging es durch ein wunderschönes enges Tal mit einigen urigen Orten und fast ohne Verkehr.

Nach 17 km bogen wir auf eine Hauptstraße ab, die durch einen 4030 m langen Tunnel führte. Nun ging es durch ein breites und flaches Tal nach Foligno (57.000 Ew.) mit einer interessanten Innenstadt.

Schon wenige km später gelangten wir nach Spello, einem kleinen, aber sehr sehenswerten Ort.


Spello

Bei der Weiterfahrt nach Assisi trübte es immer mehr ein und wir bekamen ein paar Tropfen ab. Um 13 Uhr erreichten wir unser Hotel am Stadtrand von Assisi (28.000 Ew.). Mittags machten wir uns auf, die interessante und sehenswerte Pilgerstadt, die sich zwischen 280 m und 500 m am Hang liegt, zu besuchen.


Basilika San Francesco, Weltkulturerbe

Von hier führt eine Pilgerroute nach Rom.


13.05.2019 Assisi – Perugia 21,3 km und 315 Hm

Heute stand nur eine Kurzetappe an, da wir ausreichend Zeit zur Besichtigung der Provinzhauptstadt Perugia mit seinen 166.000 Ew. haben wollten. Dunkle Wolken und Regen warteten wir zunächst noch am Hotel ab. Vorsichtshalber zogen wir gleich die komplette Regenmontur an, was aber nicht nötig gewesen wäre. Der stürmische Wind blies eine Wolkenfront nach der anderen über das zunächst ebene Land.

Erst auf den letzten 5 km ging es rund 300 m hinauf nach Perugia. Schnell war das Hotel gefunden und wir machten uns zur Besichtigung der Stadt, die schon von den Etruskern besiedelt wurde, auf. Der interessante und sehenswerte Altstadtbereich ist ganz oben angesiedelt. Viele enge Gassen mit Treppen und Portalen schmücken die mittelalterliche Stadt. Leider fegte ein kalter Wind durch die Gassen und über die Plätze, was sehr unangenehm war. Zum Glück blieb es aber die ganze Zeit über trocken.


Ausblick von der Hotelterrasse


Palazzo dei Priori mit Fontana Maggiore

Wendepunkt Rom erreicht

08.05.2019 Civitavecchia – Rom 81,8 km und 510 Hm

Bei der Ausfahrt aus Civitavecchia mussten wir uns im morgendlichen Berufsverkehr einreihen und behaupten. So ging es zum letzten Mal auf der Via Aurelia Richtung Rom.

Die Via Aurelia, die 241 nach Chr. begonnen wurde, ist heute in Italien die Staatsstraße SS1und führt von Rom über Civitavecchia an der Küste entlang bis nach Nizza. Die Strecke verlangte heute volle Konzentration, da zum einen die Straßen vielfach in einem desolaten Zustand waren und außerdem herrschte hohes Verkehrsaufkommen und immer wieder mussten wir mehrere Kilometer auf der Autobahn zurücklegen.

Was auffiel, war der viele Müll, der sich am Straßenrand befand. Dieser war bis zum heutigen Tag kaum zu sehen. Auch die Fahrt hinein ins Zentrum von Rom verlangte noch die volle Aufmerksamkeit, da trotz Routenplaner die richtige Straße nicht immer leicht zu finden war und der Verkehr immer dichter wurde.

Auch die Straßen in Rom sind vielfach in üblem Zustand. Nach 78 km standen wir um 13 Uhr vor dem Petersdom. Viele hunderte Besucher warteten in einer langen Schlange vor dem Einlass.

Nun ging es nach unserem Routenplan vorbei am Colosseum und vielen anderen Sehenswürdigkeiten zu unserer in der Nähe des Bahnhofs Termini gelegen Unterkunft. Dort angekommen erfuhren wir, dass wir in einem anderen Appartement untergebracht würden. Leider mussten wir feststellen, dass dieses Appartement ganz und gar nicht dem von uns gebuchten entsprach. Es befand sich im 4. Stock eines Stadthauses und wir mussten Bad und Küche mit anderen Gästen teilen. Zudem bedeutete es, dass ich unsere Fahrräder 2 mal 96 Stufen hochtragen musste. Trotz allem versuchten wir, das Beste daraus zu machen und besuchten noch viele sehenswerte Plätze Roms.


Trevibrunnen


Vittorio Emanuele II


Spanische Treppe


09.05.2019 Ruhe- und Besichtigungstag in Rom

Nach dem Frühstück brachten wir unsere Wäsche in eine Wäscherei und nach einer Stunde konnten wir diese frisch gereinigt und getrocknet wieder abholen. Auch heute waren wir wieder viele Kilometer zu Fuß unterwegs und schauten uns weitere Sehenswürdigkeiten der 2.8 Mio. Ew. Stadt an. Das Wetter, das am Vormittag noch sehr trübe war, besserte sich von Stunde zu Stunde und ab 15 Uhr war der Himmel wieder blau.


Viel Betrieb auf Roms Prachtstraßen


2 von unzähligen Kirchen in Rom


Forum Romanum


Colosseum von außen


Im Colosseum. Heute war freier Zutritt.


Piazza del Popolo

Ab Morgen beginnt dann die Rückreise.