Zurück im Antiatlas

12.11.2017 Sidi Ifni – Mirleft 35,5 km und 455 Hm

Eigentlich hatten wir ursprünglich für heute einen Ruhetag eingeplant. Wir haben uns aber entschieden, lieber ein paar kurze Etappen einzulegen, solange wir hier an der Küste entlang fahren. Die Temperaturen an der Küste sind sehr angenehm, da das Thermometer z. Zt. hier nicht über 27°C ansteigt.

Gestern spielte Marokko um die Teilnahme an der Fußball WM. Hunderte von Männern saßen in und vor den Restaurants und sahen gebannt auf den Bildschirm.
So starteten wir heute erst kurz vor 9 Uhr bei 18°C von unserer Unterkunft. In Schleifen und Wellen zwischen 10 m und 110 m Höhe zog sich die Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken auf das Meer am Hang entlang.
Schon nach 12 km erreichten wir den landschaftlichen Höhepunkt dieses Tages. Wir verließen die Küstenstraße über eine staubige Piste bis zum Steilabbruch ca. 60 m über dem Meer.

Dort parkten wir unsere Räder und stiegen über einen steilen Pfad hinunter zum Strand. Nun waren es nur noch wenige Meter bis zum Felsentor „Pont naturell“. Das gesamte Gebilde besteht aus Steinen und Sand. Ein gleichartiges weiteres Tor ist vor 2 Jahren zusammengebrochen.


„Pont naturell“, Wunderwerk der Natur durch den ständig tosenden Ozean geformt.

Nach diesem sehenswerten Abstecher ging es wieder auf der wenig und mit gutem Asphalt versehenen Küstenstraße weiter mit einigen steilen Rampen nach Mirleft.


Ein weiteres kleines Felsentor war noch kurz vor Mirleft.

Hier hatten wir ein Appartement vorgebucht, das sehr gemütlich und geräumig ist.


Mirleft


13.11.2017 Mirleft – Tiznit 50,8 km und 532 Hm

Ein super Frühstück auf der Dachterrasse unseres Appartements machte gute Laune für den bevorstehenden Tag.


Reich gedeckter Frühstückstisch

Weiter ging es auf den nächsten 34 km auf der Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken auf das Meer. Auch hier sammelten wir wieder etliche Höhenmeter durch das ständige Rauf und Runter.

In Aglau wendeten wir uns von der Küste ab und fuhren Richtung Osten zurück ins Landesinnere. Auf guter Straße mit Radstreifen und andauernder leichter Steigung erreichten wir um 12:30 Uhr Tiznit. Im Hotel Al Amal fanden wir eine ausgezeichnete Unterkunft.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, Tiznit mit seiner 5 km langen Stadtmauer mit 6 Stadttoren sowie den dahinter befindlichen Souk zu besuchen. Hier konnten wir bummeln, ohne durch aufdringliche Verkäufer belästigt zu werden. Dies gilt eigentlich für die ganze südliche Region Marokkos, die wir besucht haben.


Blaue Quelle, wird als Wallfahrtsort verehrt.


14.11.2017 Tiznit – Hotel Kerdouz 55,2 km und 1214 Hm

Eigentlich wollten gegen 8 Uhr los kommen. Aber zunächst konnte niemand den passenden Schlüssel für die Garage, in der unsere Räder abgestellt waren, finden. Um 9 Uhr war es dann endlich soweit. Wir konnten mit der Fahrt bei angenehmen 18°C, zurück in die Berge, beginnen. Die ersten rund 30 km ging es durch eine wüstenhafte Gegend fast flach dahin. Nur einige Oueds (Flussläufe) mussten gequert werden, was immer mit einer Abfahrt und einem darauf folgenden Anstieg verbunden war.


Abfahrt zu einem Oued, bei Starkregen wird die Straße an der tiefsten Stelle überschwemmt und ist nur mit Vorsicht zu befahren. Es gibt fast keine Brücken.


Immer wieder werden wir von Fahrzeugen eingestaubt. Alles ist knochentrocken.

Nach 40 km erreichten wir den Ort Tighni auf 480 m Höhe und legten dort eine Pause ein und versorgten uns noch mit Getränken für den nun folgenden Anstieg.


Frisch gestärkt geht es weiter.

Nun strampelten wir bei fast gleichbleibender Steigung von 7% in vielen Kehren langsam dem Pass entgegen. Wunderschöne Terrassenfelder und kleine Orte neben der Straße gab es zu bewundern.


Leider wurden bei einem Unwetter im Jahr 2014 viele Terrassen samt Erdreich weggeschwemmt.


Um 15 Uhr erreichten wir den Col du Kerdouz auf 1217 m und nahmen im dortigen Hotel ein Zimmer mit Halbpension. Nach einer Kaffeepause wanderten wir noch zu einem Aussichtspunkt. Die Tagestemperatur stieg heute nur bis 23°C an und war daher zum Radeln ideal.


Das ****Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen, bietet aber einen grandiosen Ausblick und liegt genau in einer Kehre.


15.11.2017 Hotel Kerdouz – Tafraoute 50,8 km 659 Hm

Wider Erwarten war das Essen im Restaurant sehr gut und reichlich.


Start über dem Wolkenmeer

Um 8 Uhr machten wir uns bei starkem Gegenwind auf den Weiterweg durch den Antiatlas. Die wunderschöne und kurvenreiche Strecke mit vielen Steigungen und Abfahrten begeisterte uns. Immer wieder kamen wir durch kleine Orte. Neben der Straße war es wieder staubtrocken und auf den Terrassenfeldern wurde nichts angebaut.

Langsam kamen wir unserem Tagesziel näher und die Landschaft veränderte sich völlig. Staunend betrachteten wir die unterschiedlichen Felsformationen aus Granit.


Die Natur hat hier bizarre Felsen aus Granit geformt

In Tafraoute fanden wir ein schönes Hotel zum Preis von 30,-- € für das Doppelzimmer. Hier ist es wunderschön. Deshalb werden wir die nächsten 5 Tage hier verbringen und Wanderungen und Radtouren ohne großes Gepäck unternehmen. Die Temperaturen betragen hier angenehme 25°C am Nachmittag.


Aussicht von unserem Hotel