Holpriger Start

28.10.2018 Anreise nach Hallbergmoos 4,7 km und 5 Hm

Durch den unerwarteten Wintereinbruch mit Schneefall ließen wir uns von unserem Sohn, Christian, zum Ulmer Bahnhof bringen.


Von dort ging es mit dem Zug über München nach Hallbergmoos. Bei 4°C und leichtem Regen mit Wind erreichten wir dort völlig durchgefroren unsere vorgebuchte Unterkunft.


29.10.2018 Hallbergmoos – Flugh. München – Varadero 10,3 km und 34 Hm

Ausgerüstet mit Handschuhen und Stirnband ging es schon früh bei Nieselregen und 5°C zum Flughafen. Dort machten wir die Räder und unsere Radtaschen transportfertig. Der Check in war schnell und problemlos erledigt. Unsere Räder, die wir so toll verpackt hatten, brachten wir dann zu Sperrgepäckschalter. Dort wurde die Verpackung wieder geöffnet und sie wurden genau inspiziert und durchleuchtet. Danach konnten wir sie wiederum verpacken. Mit 30 minütiger Verspätung startete unser Flieger nach Varadero. Der Service an Bord war gut und nach 10:40 Std. Flugzeit und 8578 Flugkilometern landeten wir bei 27°C in Kuba.


Unsere Flugstrecke führte bis auf 1200 km nur über den Atlantik

Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt, doch das Gepäck ließ lange auf sich warten. Der Schreck war groß, als das Gepäckband abgestellt wurde aber unsere Räder immer noch fehlten. So begaben wir uns mal wieder zum Lost and Found Schalter, wo unsere Daten aufgenommen wurden. Mit einem uralten Chevrolet und einem vermutlich ebenso alten Fahrer, der von unserer gebuchten Unterkunft beauftragt wurde, fuhren wir zu unserem Guesthouse in Santa Martha. Da es bereits dunkel war konnten wir von der Landschaft nichts mehr sehen. Dafür konnten wir uns einen ersten Eindruck vom Fahrverhalten der Kubaner verschaffen. Immer wieder fiel für kurze Zeit die Lichtanlage aus und auch bei Gegenverkehr wurde das Licht kurz ausgeschaltet und dann wieder aufgeblendet. Der Lärmpegel im Auto war so hoch, dass eine Unterhaltung nicht möglich war, denn alles am Auto klapperte und man hatte den Eindruck, gleich fällt alles auseinander. So erreichten wir gegen 21 Uhr unsere Unterkunft, gingen noch zum Essen und legten uns dann nach dem ereignisreichen Tag Schlafen.


30.10.2018 Santa Martha – Varadero – Santa Martha

Nach einer wenig erholsamen Nacht - die fehlenden Räder stellen ja unsere gesamte Planung in Frage - begaben wir uns um 9 Uhr zum Frühstück. Leider war am Flughafen unter der angegebenen Telefonnummer niemand erreichbar, sodass wir nach wie vor nicht wussten, wo unsere Räder geblieben sind. Da wir noch Verschiedenes zu erledigen hatten, fuhren wir mit dem Taxi nach Varadero, wo wir zunächst einen Teil des Geldes der Touristenwährung CUC (1 € entspricht 1,10 CUC) in CUP (1 CUC entspricht 24 CUP) in nationale Währung umtauschten. Auf Märkten und auf dem Land oder bei Einkäufen am Straßenrand kann man vielfach mit CUP bezahlen, was die Preise deutlich reduziert.


Karibikstrand bei Varadero

Für den Internetzugang besorgten wir uns bei der Telefongesellschaft noch Karten, die aber nur an wenigen Stellen nutzbar sind. Mit einem Pferdetaxi legten wir danach einen Teil des Rückweges zurück.


31.10.2018 Santa Martha-Varadero-Santa Martha

Zum Frühstück gingen wir in den Ort. Danach trafen wir uns mit unserem Vermieter, der uns seine Fahrräder zur Vermietung für 8€ pro Tag und Fahrrad anbot. Diese waren jedoch alles andere als verkehrssicher. Deshalb zogen wir es vor, wieder mit einem Taxi (Baujahr 1956) nach Varadero zu fahren. Hier waren heute scheinbar Besen im Angebot, denn viele Leute deckten sich damit ein. Wir unternahmen eine lange Standwanderung und bummelten dann gemütlich zur Bushaltestelle zurück.


Jede Menge Oldtimer sind unterwegs

Dort warteten wir fast 2 Stunden mit vielen anderen, bis der richtige Bus nach Santa Martha kam. Schon bei der Ankunft war dieser voll besetzt und an jeder weiteren Haltestelle kamen weitere Leute dazu bis er so voll war, dass ein Umfallen unmöglich war. Für uns war dies eine neue Erfahrung. Gegen Abend erfuhren wir von unserem Hausherrn, dass ein Flieger aus München angekommen ist und unsere Räder dabei sind. Am anderen Tag würden sie uns zugestellt. Voller Freude gegossen wir die Nachricht mit einem Cuba Libre.


1.11.18 Santa Martha-Guanabo 112,5 km und 490 Hm

Nach dem Frühstück packten wir unsere Taschen und warteten dann bis 10 Uhr, bis endlich unsere Räder ankamen. Bei Norberts Rad fehlte die komplette Verpackung, das Tachokabel war abgerissen und das Schaltwerk verbogen. Daher begleiteten uns unsere Gastgeber zu einer Werkstatt. Hier wurden die Räder aufgepumpt und das Schaltwerk soweit zurechtgerückt, dass Schalten einigermaßen möglich war. Wir verabschiedeten uns von dem sehr hilfsbereiten und freundlichen Ehepaar und machten uns um 11 Uhr auf die Reise. Bei 32°C und wolkenlosem Himmel ging es zunächst nach Matanzas. Hier bogen wir auf eine Nebenstrecke ab, die durch eine wunderschöne grüne Landschaft führte. Aber je weiter wir fuhren desto schlechter wurde die Straße, die als Piste durch eine total einsame Gegend führte.

Wir waren froh, als wir wieder zur Hauptstraße kamen, denn wir wussten ja nicht, wie weit wir noch fahren hatten. Immer wieder nutzen wir die an der Strecke gelegenen Raststätten und legten eine Trinkpause ein. Aber nirgends gab es eine Übernachtungsmöglichkeit. So erreichten wir bei einbrechender Dunkelheit Guanabo, wo wir in einem Casa Particulares unterkamen.


2.11.2018 Guanabo – Havanna 43,6 km und 254 Hm

Um 8 Uhr starteten wir ohne Frühstück bei angenehmen 25 °C in Richtung Havanna. Kurz davor machten wir einen Abstecher zur 17 m hohen Jesusstatue, die auf einem Hügel thront.

Von dort bot sich ein wunderschöner Ausblick auf Havanna. Dann umrundeten wir die Bahia de la Habana, um in die Altstadt (Vieja) zu gelangen. Dort fanden wir eine empfohlene Casa und machten uns dann zur Besichtigung der kubanischen Hauptstadt (2,2 Mio. Einwohner) auf. Viele sehr schöne aber auch desolate Gebäude stehen oft nah beieinander.

Am Nachmittag ging ein heftiger Regenguss nieder und die Straßen waren vielfach überschwemmt. In vielen Lokalen gibt es Livemusik zu hören, die von der Lebensfreude der Kubaner zeugt. Es wird gelacht, getanzt und gefeiert.