Durch den Westen von Kuba

03.11.2018 Ruhetag in Havanna

In den noch angenehm kühlen Morgenstunden schlenderten wir durch die Gassen auf der Suche nach einem Cafe. Aber erst ab 9 Uhr werden langsam die Lokale geöffnet. Hier, in Kuba, muss man immer genügend Zeit mitbringen, da alles sehr gemächlich vor sich geht.


Zentrum von Havanna mit Capitol

Beim Hot-Spot in einem Park konnten wir dann noch unsere vorbereiteten E-Mails verschicken. War gar nicht so einfach! Die Zeit auf Kuba ist irgendwann vor 50 Jahren stehen geblieben. Häuser zerfallen wegen mangelndem Geld. Es scheint, die Kubaner haben sich mit dem Zerfall und der Zerstörung abgefunden.


Abseits der Touristenpfade

Die Bonbonfarbigen Kolonialbauten waren einstmals die Besten, was die Karibik zu bieten hatte. Wenn wir in ein Lokal zum Essen gehen, erhalten wir zunächst die Speisekarte. Wenn es dann um die Bestellung geht, gibt es z. B. von 4 Biersorten nur noch eine. Die anderen sind im Moment aus. Dasselbe gilt für die Speisen auf der Karte. Es kann aber jederzeit sein, dass eine halbe Stunde später die Speisen oder das Bier wieder verfügbar sind, dafür aber andere Dinge nicht mehr zu haben sind. „Sozialistische Mangelwirtschaft“.

Trotz aller Schwierigkeiten strahlen die Kubaner viel Lebensfreude aus und an jeder Ecke und aus fast allen Lokalen ertönt Musik.

Gegen Abend entlud sich ein heftiges Gewitter mit Starkregen. Lange mussten wir in einem Lokal ausharren, bis der Regen etwas nach ließ. Mit einem deutschen Pärchen kamen wir ins Gespräch und gingen noch gemeinsam zum besten Inder in Havanna zum Abendessen.


04.11.2018 Havanna – Bahia Honda 103,2 km und 541 Hm

Heute wurde auch hier die Uhr auf Winterzeit umgestellt und nun bestehen wieder 6 Std. Zeitdifferenz zwischen Kuba und Deutschland.
Um 7:30 Uhr verabschiedeten wir uns von unserer Gastgeberin, Maria, und fuhren auf den frisch gewaschenen Straßen aus Havanna hinaus. Zunächst ging es an der Uferstraße, El Malecon, die 7 km an der Hauptstadt vorbei führt, entlang.

Wir waren erstaunt, dass nur ganz geringer Verkehr herrschte. Nach 25 km hatten wir Havanna hinter uns gelassen und durch eine herrlich grüne Landschaft führte die einsame Straße weiter Richtung Bahia Honda.

Hinter Mariel wurde es hügeliger und nur Pferdefuhrwerke, lokale Busse und Fußgänger begegneten uns noch. Die hohen Temperaturen von 32°C verlangten einige Trinkpausen. Hier konnten wir vielfach mit der einheimischen Währung CUP bezahlen und erhielten für umgerechnet 1 € 8 Dosen Cola bzw. Fanta. In Bahia Honda war für heute Schluss und wir nahmen uns bei Tita ein Casa für 25 CUC. Hier wurden wir noch hervorragend bekocht und fühlten uns sehr wohl. Auf der Veranda ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.


05.11.2018 Bahia Honda – Vinales 82,3 km und 756 Hm

Schon in der Nacht fingen alle Hähne in der Nachbarschaft zu krähen an, was uns den Schlaf raubte. Man hatte den Eindruck, dass jedes Huhn seinen eigenen Hahn hatte. In der Casa wurde für uns ein gutes Frühstück zubereitet. Um 7:30 Uhr brachen wir zur nächsten Etappe auf. Wieder ging es durch eine einsame und wunderschöne Gegend.


Einsame Häuser in herrlicher Landschaft


Ochsengespann

Allerdings bremste uns immer wieder der sehr löchrige Straßenbelag aus. Die hügelige Strecke verlangte uns bei der ab 9:30 Uhr herrschenden Hitze doch einiges ab und wir mussten immer wieder Trinkpausen einlegen. Mit einem Radlerpaar aus den NL konnten wir uns bei einer dieser Trinkpausen austauschen. Bis Vinales kamen viele Höhenmeter zusammen.


Getreide wird zum Trocknen auf der Straße ausgebreitet

Bei unserer Ankunft konnten wir gleich unser Casa ansteuern, da diese schon von Bahia Honda aus über unser Kommen von unserer Vermieterin informiert war. Viele Touristen besuchen das schöne Vinalestal. Die meist einstöckigen Häuser in unterschiedlichen Farben sind immer mit einer großen Veranda bestückt, auf denen die Leute in ihren Schaukelstühlen sitzen.


06.11.2018 Vinales kleine Rundtour 20,2 km und 166 Hm

Gleich um 8 Uhr gingen wir zur Bank und wechselten € in CUC um. Da wir früh dran waren, mussten wir nicht lange warten, bis wir die Bank betreten durften. Drinnen wurde jeder Geldschein genau angeschaut und die Nummer aufgeschrieben. Zusätzlich musste der Reisepass mit dem Visum vorgelegt werden und die Casa, in der wir übernachteten, musste genannt werden. So vergingen 15 Minuten mit dem Geldwechsel in der Bank. Danach ging es zum Frühstück in den Ort. Mit unseren Rädern, ohne Gepäck, machten wir uns auf, die Cueva (Höhle) del Indio zu besuchen.


Unterwegs zur Höhle

Die weitläufige Höhle besichtigt man zu Fuß und in einem Boot.


Höhlenausfahrt mit dem Boot

Eine weitere Höhle in der Nähe war leider geschlossen. Bei einem Abstecher zu einem kleinen See fanden wir ein nettes und schattiges Gartenrestaurant. Bei Salat und gebackenen Bananen sowie Limonaden konnten wir die großartige Landschaft bewundern.

In der Mittagshitze ruhten wir uns in unserer Casa aus. Später unternahmen wir noch einen Spaziergang durch den Ort und hinauf zum Balcon del Valle. Von dort konnte man den Sonnenuntergang hoch über Vinales genießen. Mit einem vorzüglichen Abendessen auf der Dachterrasse eines Restaurants beschlossen wir den Abend.


07.11.2018 Vinales – Pinar del Rio 29,3 km und 280 Hm

Bei etwas bewölktem Himmel frühstückten wir noch in Vinales und nahmen dann die sehr abwechslungsreiche und hügelige Strecke nach Pinar del Rio in Angriff.


Blick auf das Karstgebirge (Mogotes) über dem Vinales Tal (UNESCO-Weltnaturerbe

Wie durch einen Urwald führte die Straße durch die Tabakregion zu unserem Tagesziel. Im Casa Sr. Handy Santalla fanden wir eine tolle Unterkunft mit großer Dachterrasse für 25,-- CUC.


Unsere Unterkunft in Pinar del Rio

In der 190000 Einwohner großen Stadt wollten wir die Tabakfabrik anschauen, was aber nicht möglich war, da etwas eingestürzt war.


Unterwegs in Pinar del Rio

Nach einem kühlenden Getränk in einer Gartenwirtschaft stellten wir uns noch 50 Min. vor dem Laden der Telefongesellschaft in die Schlange, um 3 weitere Telefonkarten mit Internetzugang zu kaufen. In Kuba muss man immer genügend Zeit mitbringen. Geht man Einkaufen, so muss man vielfach schon vor dem Laden warten und neue Kunden können erst den Laden betreten, wenn andere diesen verlassen haben.