Traumstraße Carretera Granma

19.11.2018 Manzanillo – Pilon 91 km und 542 Hm

Kurz nach dem Start führte uns unser Routenplaner auf Nebenstrecken, die anfangs noch gut zu befahren waren. Mit der Zeit wurde es aber richtig rustikal. Manchmal ging es nur noch schiebend auf den zerfurchten und fast zugewachsenen Feldwegen weiter.

An den wenigen bescheidenen Hütten mit Ziegen, Schafen, Hühnern, Schweinen und Truthähnen wurden wir staunend beobachtet.

In den ersten 2 Stunden schafften wir so gerade mal 20 km. Danach ging es auf der Hauptstraße, die oftmals einen kaputten und löchrigen Belag aufwies, weiter.


Schule

Durch den Zeitverzug zu Beginn kamen wir wieder einmal in die Mittagshitze und damit mächtig ins Schwitzen. Unsere Trinkreserven gingen langsam zur Neige aber weit und breit gab es keine Einkaufsmöglichkeit.

Wenige Kilometer vor Pilon trafen wir noch ein Radlerpaar aus Berlin, das uns entgegenkam. Sie hatten die Strecke von Santiago de Cuba hinter sich gebracht und da wir dorthin wollten, gab es einiges zu besprechen.

Danach rollten wir hinunter nach Pilon und trafen um 15 Uhr an unserer Casa Lidia, die wir über die letzte Casa vorgebucht hatten, ein. Kurz vor dem Abendessen stellten wir an Friedas Hinterrad noch einen Platten fest, aber schnell war der Schaden wieder behoben.


20.11.2018 Pilon – La Mula 71,5 km und 542 Hm

Wir waren sehr gespannt auf den heutigen Tag. Stand doch der erste Teil der Küstenstraße von Pilon nach Santiago de Cuba auf dem Programm. Die Strecke schmiegt sich an steil ins Meer abfallenden Bergen der Sierra Maestra entlang.


Auf der heutigen Strecke begegneten uns keine 10 Fahrzeuge

Die Straßenverhältnisse sind zum Teil katastrophal. Bergklippen müssen auf Schotterpisten umfahren werden.


Teilweise fehlt die Hälfte der Straße

Landschaftlich gehört die Küstenstrecke zu den schönsten Strecken in Kuba. Das ganze Gebiet gehört zu einem Nationalpark.

Viele Tiere tummelten sich auf der Strecke: Schafe, Ziegen, Kühe, Pferde, viele Schweinefamilien, Hühner und Esel.


In der größten Mittagshitze ereilte uns die nächste Reifenpanne. Wieder traf es Friedas Hinterrad aber auch dieser Schaden war schnell behoben. In La Mulas bekamen wir Unterkunft in der Hütte eines Campingplatzes und beendeten unser Tagwerk. Von hier kann man eine Bergtour zum 1972 m hohen Pico Turquino machen.


21.11.2018 La Mula – Chivirico 41,5 km und 241 Hm

Nach einem kleinen Frühstück am Meer fuhren wir kurz nach 7 Uhr bei angenehmen 22°C wieder auf die Küstenstraße.

Überrascht hat uns der überwiegend gute Straßenbelag, denn nur auf wenigen Kilometern ging es über Schotter. Durch urwaldähnliche und wenig besiedelte Gebiete schlängelte sich die Straße meist am Meer entlang. Wir fühlten uns wie im Paradies und die stille und friedliche Atmosphäre begeisterte uns sehr. Fast nur winkende Fußgänger und Pferdefuhrwerke begegneten uns auf diesem Abschnitt. Hier sind die Bewohner meist Selbstversorger. Alle halten Tiere und die Früchte gedeihen bei dem feucht heißen Klima prächtig.


Durch den Hurrikan Sandy wurde diese Brücke 2012 teilweise zerstört. Für den Kfz-Verkehr gibt es eine Umgehung.

Um 10 Uhr trafen wir in Chivirico, einem kleinen Ort ein und fuhren zu unserer vorbestellten Villa Paraiso. Hier wurden wir gleich mit einem erfrischenden Fruchtsaft willkommen geheißen. Zur Mittagszeit gingen wir noch zum Geldwechsel zur örtlichen Bank. Das ganze Prozedere nahm 50 Minuten in Anspruch.


Hier muss man eine Nummer ziehen und dann heißt es warten…..


22.11.2018 Chivirico – Santiago de Cuba 74,1 km und 408 Hm

Wie jeden Tag fingen die Hähne schon um 3 Uhr in der Früh an zu krähen. Für die Casa-Betreiber ist es kein Problem, uns das Frühstück schon um 6 Uhr zuzubereiten. Mit vielen Früchten, einem Fruchtsaft, Kaffee mit Milch, Brot, Butter, Käse und Wurst (die üblichen 2 Eier lehnen wir inzwischen ab) starten wir dann gut gelaunt zur Weiterfahrt. Viele Schulkinder, zu Fuß, per Bus oder auf Pferdegespannen machen sich dann auf den Weg zur Schule und wir winken uns gegenseitig zu und grüßen uns gegenseitig mit einem „Hola“. Danach haben wir die Straße wieder fast für uns alleine und können die tolle Landschaft genießen.


Familienausflug

Gegen 11 Uhr erreichten wir Santiago de Cuba (510000 Ew.), die zweitgrößte Stadt Kubas. Damit war es auch aus mit der Ruhe. Viele knatternde und stinkende Motorräder preschten durch die teils engen und steilen Gassen. Unsere empfohlene Casa war leider ausgebucht aber wir wurden gleich freundlich weiter vermittelt. Hier konnten wir unsere Wäsche in einer Waschmaschine waschen lassen, die schon bald darauf wieder trocken war. Nachmittags versuchten wir noch neue Visa zu erhalten aber die entsprechende Behörde hat nur bis 12 Uhr geöffnet. So versuchen wir morgen wieder unser Glück. Auf dem Rückweg ging es durch die Fußgängerzone mit vielen schönen und bunten Gebäuden.


Mitten in Santiago de Cuba gedeihen Bananen an der Straße


23.11.2018 Santiago de Cuba 8,4 km und 95 Hm

Nach dem Frühstück nahmen wir unsere Räder und fuhren die knapp 2 km bis zum Immigrationsbüro. Einige Zeit mussten wir an verschiedenen Stellen warten, bis wir schließlich an die Reihe kamen. Da Norbert eine kurze Hose an hatte, durfte er nicht im Büro bleiben. Dagegen hatten Frauen in super kurzen Miniröcken keine Probleme.
Schnell waren die Formalitäten erledigt und dann ging es weiter zum Bahnhof und dem daneben befindlichen Viazul-Busbahnhof. Hier buchten wir für morgen 8 Uhr Plätze für uns und die Räder nach Guantanamo. Schon vor 10 Uhr war alles erledigt und wir konnten den Tag in der Hafenstadt mit vielen schönen Kolonialbauten besichtigen.


Kathedrale von Santiago de Cuba


Stinkende und rußende Schrottfahrzeuge begegnen einem an jeder Ecke.