Auf dem Rückweg

28.11.2018 Baracoa – Humboldt Nationalpark - Moa per Taxi

Mit unserem Vermieter, Alexis, besprachen wir die 75 km lange Strecke nach Moa. Er riet uns dringend davon ab, diese mit den Rädern anzugehen, da sie in einem miserablen Zustand sei. Ein Großteil sei ungeteert, dafür aber mit spitzem und losem Schotter bedeckt. Alexis, der deutsch sprach und in Leipzig arbeitete, empfahl uns daher, die Strecke mit seinem Taxi zurückzulegen und im Humboldt-Nationalpark eine Wanderung zu unternehmen. Wir gingen auf seinen Vorschlag ein und unser Gepäck und die Räder wurden in und auf seinem Lada verstaut.

Schon bald erkannten wir, dass wir uns richtig entschieden hatten, denn wir hätten uns keinen Gefallen getan, die äußerst desolate Straße zu befahren.

Nach ca. 35 km und knapp 1 ½ Std. Fahrzeit erreichten wir den Humboldt Nationalpark. Das Gebiet im Rücken Baracoas ist der letzte zusammenhängende Regenwald der Karibik und birgt rund 2000 Pflanzen- und Vogelarten. Hier unternahmen wir mit einem Ranger eine 2-stündige Wanderung, bei der wir viel über Pflanzen und Tiere erfuhren.


4 mal musste der Bach überquert werden

Nach diesem Abstecher ging es weiter nach Moa, dem großen Nickelabbaugebiet.


Weiterfahrt nach Moa (64000 Ew.)

Total eingestaubt und durchgeschüttelt kamen wir dort an und wurden freundlich in einer Casa erwartet. Auch für die nächsten beiden Etappen ist die Unterkunft bereits gesichert. Moa ist ein Ort, an dem man nicht leben möchte. Der Ort ist ziemlich heruntergekommen mit kaputten Straßen und maroder Bausubstanz.


29.11.2018 Moa – Mayari 97,9 km und 991 Hm

Bei starker Bewölkung aber angenehmen 22°C verließen wir die Stadt uns setzten unsere Fahrt in Richtung Nordküste fort.


Wir verlassen den trostlosen Ort

Nur selten konnten wir einen Blick auf das Meer erhaschen. Die heutige Route hatte es durchaus in sich, denn jedem Anstieg folgte eine Abfahrt, von der aus man den nächsten Anstieg wieder sehen konnte.

So ging es fast über die gesamte Strecke und die Höhenmeter summierten sich zusehends. Wir durchfuhren zwei größere Orte, die aber nicht gerade zu einer Rast einluden. Landschaftlich war es wiederum sehr reizvoll und abwechslungsreich mit wenig Verkehr und ordentlichen Straßen.


Schulkinder warten auf den Bus


Ananasverkäufer

So kamen wir gut vorwärts und trafen gegen 12:30 Uhr in Mayari (102000 Ew.) ein.


Pferdetaxen warten auf Kundschaft

An einer Tankstelle, die an der Einfahrt zum Ort lag, wurden wir schon vom Casabesitzer erwartet, der uns zu seinem Haus begleitete. Ein schönes Zimmer und das Restaurant im Garten des Hauses warten auf uns und wir lassen den Tag gemütlich ausklingen. An ein hervorragendes Abendessen schloss sich ein äußerst vergnüglicher Abend an mit Gästen aus Dänemark, Italien, Deutschland (wir) und einigen Kubanern.

Stimmungskanone Lidia raucht eine Havanna


30.11.2018 Mayari – Holguin 87,2 km und 624 Hm

Gut gestärkt starteten wir zur nächsten Etappe, die wiederum über mehrere Hügel führte. Die vielen Wolken waren sehr angenehm, da sie vielfach Schatten spendeten. In dieser Region wurde Getreide und Maniok angebaut und wie fast im ganzen Land, Bananen.


Friedhof

Schon vor der Mittagszeit erreichten wir die Provinzhauptstadt Holguin, mit 328000 Ew. viertgrößte Stadt Kubas. Auf Anhieb fanden wir die vermittelte Casa und es verblieb der restliche Tag zur Besichtigung von Holguin. Highlight war die Besteigung des Kreuzhügels über eine Treppe mit 461 Stufen und einem herrlichen Blick auf die Stadt.


01.12.2018 Holguin – Guaimaro 123 km und 437 Hm

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Joghurt, Mangosaft und 5 verschiedenen Früchten machten wir uns um 6:15 Uhr auf den Weg nach Las Tunas.

Eigentlich wollten wir die ca. 200 km nach Camaguey mit dem Bus zurücklegen, da aber die Abfahrtzeit erst am Abend stattgefunden hätte und wir erst in der Nacht angekommen wären beschlossen wir, mit dem Rad zu fahren. So ging es also mit gutem Rückenwind aber auf oft miserablen Straßen, auf denen uns viele Pferdefuhrwerke begegneten, nach Las Tunas, das wir nach 75 km erreichten.

Da es uns dort nicht gefiel beschlossen wir, die noch knapp 50 km bis Guiamaro weiter zu fahren. Meist ging es durch Weideland und eine wenig abwechslungsreiche Strecke, auf der wir aber schnell vorwärts kamen.

Schon um 12:45 Uhr fanden wir dort eine ausgezeichnete Casa und hatten uns schnell erholt.


Guiamaro mit 57000 Einwohnern


02.12.2018 Guaimaro – Camagüey 80,1 und 285 Hm

Heute am Sonntag war der Verkehr auf der Straße deutlich geringer als an den Werktagen.

Ohne Windunterstützung ging es vielfach an Rinder- und Pferdeweiden vorbei. Die Straßen waren meist sehr holprig, da viele Löcher und Querrillen uns das Vorwärtskommen schwer machten.


Bei wenig Verkehr kann man gröbsten Löchern ausweichen

Um 11 Uhr erreichten wir Camagüey (340000 Ew.), die Stadt der Tonkrüge (Tinajones). Bald fanden wir eine für uns geeignete Casa, denn mit den Rädern ist ein Platz im Erdgeschoss am besten.
Später machten wir uns auf, die Stadt zu durchstreifen und kehrten in einem schattigen Gartenlokal ein.