Durch Kubas Mitte

03.12.2018 Camagüey (Ruhetag)

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es zunächst zu Etecsa (Telefongesellschaft), wo wir uns neue Telefonkarten erwarben, um unsere Mails versenden zu können. Camagüey ist bekannt für seine vielen Kirchen, Museen und Künstlerviertel.


Camagüey, die Stadt der Tonkrüge, in denen früher das Regenwasser aufgefangen wurde.


Fast überall fehlt es an Geld und Baumaterial. So zerfällt leider sehr viel erhaltenswerte Bausubstanz.

Um sich vor Überfällen zu schützen, wurden die Straßen und Gassen als regelrechtes Labyrinth angelegt. Wie gut, dass es bei diesem Wirrwarr heute Navigationssysteme gibt, um sich zurecht zu finden.


Mehrere gute Restaurants findet man im Künstlerviertel


04.12.2018 Camagüey – Ciego de Avila 111,2 und 162 Hm

Wieder starteten wir vor Sonnenaufgang. Nach 8 km hatten wir Camagüey hinter uns gelassen und fuhren zeitweise in dichtem Nebel bei 20°C.

Obwohl wir uns auf der Carretera Central (Panamerica, die von West nach Ost das Land durchzieht) befanden, war das Verkehrsaufkommen deutlich geringer als bei uns auf einer Landstraße. Auch ohne Windunterstützung kamen wir auf der flachen Strecke gut voran. Nur der teilweise schlechte Straßenbelag bereitete uns immer wieder einige Mühe.

Es gab nicht viel Abwechslung auf der Strecke, da es sich meist um Weideflächen oder Zuckerrohranbauflächen handelte.


20 km vor Ciego de Avila kehrten wir an dieser Raststätte noch ein.

So erreichten wir zur Mittagszeit Ciego de Avila und beendeten unsere Etappe in der Casa, in der wir schon am 15.11. übernachteten, unsere heutige Etappe. Dort wurden wir mit herzlicher Umarmung empfangen.


Fußgängerzone in Ciego de Avila


05.12.2018 Ciego de Avila – Jaguajay 113,4 km und 285 Hm

Schon um 6:15 Uhr waren wir unterwegs und waren erstaunt über das enorme Verkehrsaufkommen. Alle möglichen Transportfahrzeuge und Busse waren zum Personenbeförderung eingesetzt und brachten die Erwachsenen zu ihren Arbeitsstätten und die Kinder zur Schule. Nach knapp 40 km erreichten wir Moron. Von dort gelangt man über einen Damm zur Insel Cayo Coco, die bei Touristen sehr beliebt ist. Für uns ging es auf der küstennahen Straße in Richtung Westen weiter.

Nach insgesamt 60 km tauchten wieder Berge auf und es wurde etwas hügeliger und interessanter. Allerdings war der Straßenbelag auch heute streckenweise in einem bemitleidenswerten Zustand und wir mussten wieder die gesamte Straßenbreite nutzen, um den unzähligen Löchern ausweichen zu können.


Auf Bildern wird immer wieder der Helden der Revolution gedacht

Nur gut, dass wir die Straße nun fast für uns alleine hatten. Um 13 Uhr erreichten wir Jaguajay und kamen in einer einfachen Casa für 20,00 CUC inkl. Frühstück unter.


Er raucht genüsslich seine Havana


06.12.2018 Jaguajay – Santa Clara 92,8 und 421 Hm

Bei starker Bewölkung war es daher noch sehr dunkel, als wir um 6:15 Uhr bei 22°C unsere Fahrt auf der Küstenstraße fortsetzten.


Trotz bedrohlicher Wolken kamen wir trocken durch den Tag

Wir kamen auf der flachen Strecke gut voran und erreichten schon kurz nach 8 Uhr den Küstenort Caibarien. An der Uferpromenade konnte man den vom Wind aufgewühlten Atlantik sehen.

Hier wendete sich die Fahrtrichtung nach Osten und wir hatten noch einige Zeit Rückenwind, bis er schließlich einschlief. Auf den letzten 30 km ging es dann wieder ständig auf und ab.

Hier trafen wir noch ein Radlerpaar aus der französischen Schweiz, das ebenfalls Santa Clara als Tagesziel hatte.
Bei der Einfahrt nach Santa Clara konnte man die Originalwaggons des gepanzerten Zuges, den die Rebellen auf Befehl Che Guevaras am 29.12.1958 entgleisen ließen, besichtigen.


Die heutigen Züge sind rappelvoll

Nachdem wir uns in einer Casa einquartiert hatten, machten wir uns zu Fuß auf, die Stadt zu erkunden und der monumentalen Gedenkstätte für Che Guevara einen Besuch abzustatten. Er wurde in Bolivien, wo er ebenfalls eine Revolution versucht hatte, ermordet. Nachdem seine sterblichen Überreste an Kuba überstellt wurden, wurde er hier 1997 bestattet.