Die letzten Tage am Meer

03.05.2019 La Spezia -Lucca 78,1 km und 406 Hm

Zunächst ging es am Hafen von San Terenzo nach Lerici.


Lerici

Hier kamen wir gleich tüchtig ins Schwitzen, denn 100 steile Höhenmeter bis hinauf zur Hauptstraße mussten bewältigt werden. Auf den ersten 35 km ging es dann überwiegend flach am Meer entlang, bevor die Straße ins Landesinnere abbog.


Carrara Marmor

Das Wetter war sehr unsicher und nur selten kam die Sonne durch die meist starke Bewölkung zum Vorschein. Die meiste Zeit hatten wir auch den Wind als Gegner. In einigen Serpentinen erreichten wir eine Höhe von 209 m Höhe.

Hier trafen wir 2 Deutsche Radler, die ebenfalls Rom als Ziel haben. Danach rollten wir in flotter Fahrt die restlichen Kilometer hinunter nach Lucca (89000 Ew.) auf 19 m Höhe.


Auf der Karte von Lucca kann man gut die Altstadt erkennen und die sie umschließende Stadtmauer, auf der man zu Fuß oder per Rad eine Runde drehen kann.

Lucca, eine mittelalterliche Stadt, zählt zu den schönsten Städten der Toskana. Eine 4 Kilometer lange Stadtmauer umschließt den historischen Stadtkern. Viele Kirchen, Plätze und Türme, kleine Gassen und Portale laden zum Bummeln und Verweilen ein.


Piazza Anfiteatro


Ausblick vom Torre Guinigi, den man über 234 Stufen besteigen kann.


Kathedrale San Martino


Eines der Stadttore


Kathedrale von Lucca

04.05.2019 Lucca – Marina di Bibbona 96,5 km und 289 Hm

Gleich nach dem Start fing es an zu regnen. So gingen wir zunächst in eine Bäckerei zum Frühstück und warteten ca. 1 Std. ab. Der Regen ließ etwas nach, wir zogen unsere Regenbekleidung an und fuhren los.


Nach etwa 5 km konnten wir unsere Regenklamotten wieder ausziehen und sie konnten für den Rest des Tages in den Taschen bleiben. Leider war der Radweg, der am Arno entlang nach Pisa führte, ziemlich verschlammt.

Nach 25 km erreichten wir Pisa (90.000 Ew.) und besichtigten, wie tausende andere auch, zunächst den Schiefen Turm. Danach fuhren wir in die Innenstadt, wo es ebenfalls interessante Plätze zu besichtigen gab. Hier war es wesentlich ruhiger.


Pisa am Arno


Fischer an einem Kanal auf dem Weg nach Livorno

Das Wetter wurde Richtung Küste immer sonniger und nach weiteren 25 km erreichten wir die Hafenstadt Livorno (160.000 Ew.). Am Hafen, von dem aus viele Fährschiffe nach Sardinien, Korsika, Sizilien usw. starten, legten wir eine Mittagsrast ein.

Weiter ging es auf der Küstenstraße. Da es überwiegend flach war, kamen wir gut vorwärts.

Unterwegs war noch ein Plattfuß am Hinterrad von Norbert zu beheben. Kurz danach kamen wir in Marina di Bibbona an und fanden Unterkunft in einem schönen Hotel mit Blick auf das Meer.


05.05.2019 Marina di Bibbona – Piombino 43,2 km und 247 Hm

Als wir aufwachten tobte draußen ein heftiger Sturm mit Regen. Daher ließen wir es ganz gemütlich angehen und genossen das hervorragende Frühstück in unserem empfehlenswerten Hotel Nina. Da die Wetterprognose extrem schlecht war buchten wir in Piombino, das nur gut 40 km entfernt lag, vom Hotel aus die nächste Unterkunft. Wir warteten noch bis um 10:30 Uhr und machten uns dann bei etwas nachlassendem Regen und gerade mal 8°C auf den Weiterweg. Kaum waren wir unterwegs, prasselte der Regen erneut auf uns nieder und wir waren froh, dass wir in der kompletten Regenmontur gestartet waren. Die Straßen waren zum Teil überflutet und was nicht von oben auf uns niederprasselte bekamen wir durch die Gischt der vorbeifahrenden Autos ab.

Nach gut 2 ½ Std. erreichten wir die Hafenstadt Piombino (34.000 Ew.). Von hier starten verschiedene Fähren zur nahen Insel Elba. Unser gebuchtes Appartement war bald gefunden und hier konnten wir unsere nassen Klamotten zum Reinigen und Trocknen aufhängen. Am Nachmittag besuchten wir noch die gut erhaltene historische Altstadt.


Blick von Piombino auf Elba

Da unser Appartement mit einer kompletten Küche und allen Küchenutensilien versehen war, genossen wir es, mal wieder selbst zu kochen. Kaffee, Wasser Frühstück sowie eine Flasche Wein waren im Gesamtpreis von 47,-- € enthalten.


06.05.2019 Piombino – Orbetello 128,9 km und 665 Hm

Nach selbst zubereitetem Frühstück machten wir uns bei noch bewölktem Himmel und 8°C auf den Weiterweg nach Grosseto. Vorbei ging es an Sumpfland und später durch kilometerlange Pinienwälder.


Das ehemalige Sumpfgebiet der Maremma wurde erst sehr spät besiedelt, da die Malaria erst 1950 endgültig besiegt wurde.


Castiglione della Pescaia


Viele Radwege entlang der Straßen

Grosseto (82.000 Ew.) erreichten wir nach 73 km zur Mittagszeit. Hier legten wir eine Pause ein und schauten uns noch in der Stadt einige interessante Plätze an. Sehenswert waren auch die liebevoll mit Blumen geschmückten Gassen.

Nach Grosseto folgten wir auf Nebenstraßen einer Radroute, die uns wieder auf 200 m Höhe hinauf leitete. Das Wetter war sehr wechselhaft mit einem Mix aus Sonne und Wolken aber den ganzen Tag über blies ein eisiger Wind.

Kurz vor dem Ziel überraschte uns dann noch ein Regenschauer. Gegen 16 Uhr erreichten wir Orbetello, wo wir in einem einfachen Albergo unterkamen.


Lagunenstadt Orbetello


07.05.2019 Orbetello – Civitavecchia 84,7 km und 429 Hm

Von einem strahlend blauen Himmel wurden wir heute begrüßt. Bei 14°C, aber nach wie vor kaltem Wind, machten wir uns zu unserer letzten Etappe am Meer entlang auf.

Die Straßen und Radwege boten heute alles. Vom besten Asphaltbelag bis zu kaum befahrbaren Pisten samt einer Bachdurchquerung sowie einige Kilometer Autobahn (legal befahren) war alles dabei.

Gelbe Rapsfelder wechselten sich mit roten Mohnfeldern ab. Viel Gemüse und Obst werden hier unter Folien angebaut. Vorbei ging es auch an herrlich gelegenen Villen mit Blick zum Meer. Die Mittagspause legten wir in einem Agriturismo-Lokal bei Salat und Bruschettas ein.

Gegen 15 Uhr erreichten wir unser B&B in Civitavecchia (53.000 Ew.). So verblieb anschließend noch ausreichend Zeit, um das Hafengelände mit dem Fischereihafen, die Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe und die Innenstadt anzuschauen.


Hier legen viele Kreuzfahrtschiffe an, deren Gäste Rom besuchen wollen. Hier gehen auch die Fährschiffe nach Sardinien ab.