Marokkoreise II - 2017

Am 24.10.2017 beginnen wir mit dem 2. Teil unserer Marokkoreise. Diesmal bewegen wir uns überwiegend im Süden des Landes.

Wir starten in Marrakesch, überqueren den Hohen Atlas und erkunden dann das Gebiet des Antiatlas sowie Teile der Sahara. Den geplanten Verlauf könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen.
Für Besichtigungen und Wanderungen haben wir ausreichend Zeit eingeplant und wir freuen uns auf das einfache und ursprüngliche Leben bei den Berbern. Beenden wollen wir unsere Tour in Agadir, von wo aus wir wieder nach München zurück fliegen werden.



24.10.2017 Marrakesch 9,5 km und 24 Hm

Die Anreise mit der Bahn zum Flughafen München klappte reibungslos. Auch die Abfertigung am Flughafen verlief schnell und an den Rädern mussten wir nicht einmal, wie bisher üblich, die Luft aus den Reifen ablassen. So blieb uns vor dem Abflug noch ausreichend Zeit für eine kleine Mahlzeit. Der Abflug mit Transavia erfolgte pünktlich um 14:35 Uhr und schon um 17:10 Uhr (Ortszeit) landeten wir in Marrakesch. Die Zeitverschiebung beträgt eine Stunde. Auch die Abfertigung am Flughafen war schnell erledigt. Wir holten unsere Fahrräder am Sperrgepäckschalter ab, schraubten die Pedale wieder an und stellten den Lenker wieder in Fahrtrichtung. Bei meinem Rad war leider die Halterung für das Licht abgebrochen. Aber da man hier ohnehin bei Nacht nicht fahren soll und wir dies auch nicht vorhaben, nehme ich zur Not meine Stirnlampe.

Auch die rund 7 km vom Flughafen zu unserer Unterkunft, die wir um 18:30 Uhr erreichten, waren schnell zurückgelegt. Anschließend machten wir noch einen Bummel durch die Gassen unseres Viertels und legten uns gegen 22 Uhr zur Ruhe.


Flug über die Alpen


Fahrt vom Flughafen nach Marrakesch


El-Mansour-Moschee in unserem Viertel. Von hier hören wir, wenn der Muezzin zum Gebet ruft.


25.10.2017 Marrakesch 13,7 km und 8 Hm

Nach einer guten und erholsamen Nacht begaben wir uns am Morgen zum Frühstück auf die Dachterrasse unseres Riads (Riads sind traditionelle Stadthäuser, die an Touristen vermietet werden), das wir schon von unserer Reise im Frühjahr kannten. Zwischenzeitlich fand scheinbar ein Besitzerwechsel statt, denn angefangen vom Service bis hin zum Frühstück hielt es keinem Vergleich zum Frühjahr stand.

Bei angenehmen 17°C und wolkenlosem Himmel fuhren wir mit dem Rad in die Stadt, denn wir mussten noch Geld umtauschen, Campinggas und Öl zum Kochen einkaufen.


Verkaufsstand mit Granatäpfeln


Koutoubia-Moschee

So tauchten wir also in Marrakesch in den Zauber der orientalischen Welt ein. Chaotischer Verkehr, hupende Autos und drängelnde Mopeds. Aber all dies regt uns längst nicht mehr auf, da uns dies von vielen unserer Reisen schon bekannt ist. Nach einigem Suchen und Fragen fanden schließlich den Laden, in dem es Campinggas gab. Der Rest war schnell erledigt. In einem netten Straßencafe tranken wir noch eine gute Tasse Cappuccino (der Kaffee zum Frühstück war kaum zu genießen) und fuhren dann gemütlich zurück zu unserer Unterkunft. Zwischenzeitlich war die Temperatur auf 32°C im Schatten und 42°C in der Sonne angestiegen. Dort hieß es dann wieder einmal Packen für die Reise, denn nach einem Flug muss erst wieder vieles für die Weiterfahrt mit dem Rad neu sortiert werden.


Geschichtenerzähler auf dem Djemaa el-Fna


Am Abend machen sich Einheimische und Touristen zum Djemaa el-Fna auf.


Die Öfen an den Essensständen werden angeheizt.


26.10.2017 Marrakesch – Ourigane 62,3 km und 889 Hm

Nach einem erneut mäßigen Frühstück starteten wir um 8:30 Uhr und hatten Marrakesch schon bald hinter uns gelassen.


Auf guter Radspur geht es hinaus aus Marrakesch


Wir nähern uns dem Hohen Atlas

Auf den ersten 30 Kilometern stieg die Straße gemütlich in Richtung Gebirge an. Danach folgte eine wellige Strecke, die an einer imposanten Schlucht entlang führte.


Ruhige Strecke


Berberdorf


Fahrt durch die eindrucksvolle Schlucht

Nach 48 km erreichten wir Asni, wo wir uns mit einem Berberomelett stärkten, bevor es zum mit 1209 m Höhe höchsten Punkt des Tages hinauf ging. Trotz der Höhe von über 1000 m stiegen die Temperaturen wieder auf 30°C an und immer wieder mussten wir kurze Trinkpausen einlegen. Nach weiterem Auf und Ab erreichten wir gegen 14:30 Uhr Ourigane, wo wir im Gite du Lac für 40,-- € für Übernachtung mit Halbpension freundlich aufgenommen wurden.


Wanderung zum Stausee von Ourigane


27.10.2017 Ourigane – Tizi n`Test 71,4 km und 1548 Hm

Nach einem guten Frühstück ging es bei 14°C um 7:30 Uhr in Richtung Pass. Viel Auf und Ab gab es auf den ersten 35 km zu bewältigen. Die mühsam erkämpften Höhenmeter wurden immer wieder vernichtet. Auf völlig ruhiger Straße schraubten wir uns langsam höher.


Viele Trinkpausen benötigten wir bei den heißen Temperaturen.


Die Straße schlängelte sich bei fast gleichmäßiger Steigung hinauf zum Pass Tizi n`Test auf 2100 m Höhe. Hier fanden wir auf der Passhöhe Unterkunft im Albergo und beschlossen den Abend mit einem prima Abendessen. Die Wirtsleute waren außerordentlich freundlich und hilfsbereit.


28.10.2017 Tizi n`Test – Taliouine 105,2 km und 737 Hm

Nach einer erholsamen Nacht wurden wir mit einem ausgezeichneten Frühstück überrascht (Zimmer mit Dusche und WC sowie Halbpension für knapp 50,-- €). Um 9 Uhr starteten wir bei 12°C.


Auberge Tizi n`Test vor der Abfahrt


Auf den ersten 8 km und 350 Hm war die Strecke einspurig und in einem sehr schlechten Zustand. Wir holperten über Asphaltfetzen und durch Schlaglöcher langsam abwärts.


Miserable Straßenverhältnisse auf den ersten Kilometern


Dann ging es auf gutem Asphalt und breiter Straße 20 km flott hinunter.


Doch dann bremste uns eine 7 km lange Baustelle erneut aus. Nach 1420 m Abfahrt und 35 km erreichten wir nach 2 Stunden die Querverbindung von Agadir. Auf gutem aber sehr rauem Belag ging es dann, wie schon gewohnt, in ständigem Auf und Ab weiter bis zu unserem Tagesziel Taliouine.


Ziegen haben der Arganbaum besetzt


Taliouine

Die Temperaturen stiegen am Mittag wieder auf 32°C im Schatten (leider gibt es nahezu keinen) und 42°C in der Sonne an. Wie bei unserer Marokkoreise im Frühjahr kamen wir wieder in der Auberge Safran unter.


29.10.2017 Taliouine – Taznakht 82,6 km und 1027 Hm

Bei kühlen 12°C und leichter Bewölkung nahmen wir gleich den 1. Pass mit 1496 m in Angriff. Ein kräftiger Wind machte uns fast den ganzen Tag über zu schaffen.


Auffahrt zum ersten Pass mit dem Hohen Atlas im Hintergrund

Auf der einsamen Wüstenhochfläche gab es nur wenige Siedlungen und auch wenig Abwechslung. Weitere zwei Pässe mit 1845 m und 1830 m mussten überwunden werden.


Safranblüte; jetzt ist Erntezeit. Nur die 3 roten Safranfäden werden geerntet.


Auf der Wüsten Hochfläche


Der letzte Pass ist gleich erreicht

Nach 45 recht anstrengenden Kilometern ging es dann endlich abwärts bis wir Taznakht auf 1407 m um 15:45 Uhr erreichten. Im uns bekannten Hotel fanden wir Unterkunft und der Wirt bereitete uns eine leckere Taijine zum Abendessen zu.

 
30.10.2017 Taznakht – Agdz 87,1 km und 596 Hm

Unser Wirt überraschte uns zum Frühstück mit einem Berberomelette. Außerdem gab er uns zur Wegzehrung ein paar Äpfel mit und Frieda bekam noch ein Paar Schuhe geschenkt.


Kurz vor 8 Uhr machten wir uns bei kühlen 10°C auf den Weg nach Agdz. Auf der kurvenreichen Strecke waren wir fast alleine unterwegs.


Durch eine imposante Schlucht führte die Straße zunächst bergauf, bevor es auf der anderen Seite in rasanter Fahrt wieder hinab ging.

Tolle Felsformationen in unterschiedlichen Farben gab es zu bestaunen und später tauchten immer wieder Oasen auf, die nur auf unbefestigten Wegen zu erreichen waren. Sie lagen abseits der Straße, so dass es auf der gesamten Strecke nichts zu kaufen gab. Zwischenzeitlich stieg das Thermometer wieder auf 32°C an und weit und breit war kein Schatten in Sicht.


Markanter Felsgipfel bei Agdz

Die letzten 50 Kilometer ging es meist mit leichtem Gefälle nach Agdz, das wir um 15 Uhr erreichten. In einem einfachen Hotel kamen wir für 30,-- € unter. Auf dem Markt kauften wir noch Gemüse und Getränke ein und kochten dann auf dem Balkon unseres Hotels ein leckeres Abendessen.


31.10.2017 Agdz – Zagora 91 km und 337 Hm

Nach unserem selbst zubereiteten Frühstück auf dem Zimmer rollten wir um 7:30 Uhr aus dem netten Städtchen hinaus.


Bei 11°C verlassen wir Agdz

Auf bestem Belag fuhren wir durch das einmalig schöne Draatal auf der Straße der Kasbahs. Viele Oasen mit Dattelpalmen und bizarre Felsketten säumten unseren Weg. Es gab viel zu schauen auf dieser fantastischen Strecke.


Im gesamten Tal, das wir durchfuhren, begleiteten uns riesige Oasen mit Dattelpalmen


Alte Lehmburg


Die gesamte heutige Strecke verlief auf bestem Asphalt mit einem Seitenstreifen für Radler und fast ohne Verkehr.


Früchte der Dattelpalme. Es gibt in den hiesigen Oasen 40 verschiedene Sorten.

In Zagora kamen wir im Riad le Reve, das wir um 13 Uhr erreichten, unter. Hier buchten wir für drei Nächte. Während der heißen Mittagszeit ruhten wir noch einige Zeit in unserem kühlen Zimmer und statteten dann der 40000 Einwohner zählenden Stadt noch einen Besuch ab.


Unser Gastgeber Abdeslam bereitete uns noch ein ganz vorzügliches Abendessen zu.


01.11.2017 Zagora – Tamegroute – Zagora 46,3 km und 175 Hm

Der Tag begann mit einem ausgezeichneten Frühstück, das keine Wünsche offen ließ.


Unser Gastgeber Abdeslam, der im Sommer in der Schweiz arbeitet, wenn hier die Temperaturen bis zu 55°C ansteigen.

Danach ging es ohne Gepäck zunächst zum großen Markt, auf dem auch Tiere gehandelt wurden.


Eingang zum Markt

Auf wüstenhafter Strecke fuhren wir zum Wallfahrtsort Tamegroute. Viele Kranke kommen hierher in der Hoffnung, wieder zu gesunden. Wir besuchten die Bibliothek, wo es uralte Koranschriften zu besichtigen gab. Außerdem schauten wir die riesige, dreigeschossige Lehmkasbah, in der 300 Familien leben an. Berber, Araber, Tuaregs und Nomaden leben hier in einer Kooperative zusammen.


Nach einer Trinkpause ging es auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Zagora. Viele dunkelhäutige Menschen leben hier und sind Nachfahren von Sklaven aus Mali und dem Sudan.


Brücke über die ausgetrocknete Draa, dem mit 1200 km längsten Fluss Marokkos.


Zagora ist eine ehemalige Karawanenstation. Von hier aus erreichten die Karawanen in 52 Tagen Timbuktu in Mali

 

02.11.2017 Ausflug in die Sahara

Den heutigen Ruhetag nutzten wir zu einer Exkursion in die Sahara. Zusammen mit unserem Gastgeber und einem Fahrer ging es mit einem Allradfahrzeug in die Wüste.


Die 10-stündige Tour führte durch Stein- und Sandwüste bis zum seit vielen Jahren ausgetrockneten Lac Iriqui.


Immer wieder trafen wir auf Brunnen, aus denen die Nomaden ihr Wasser schöpfen. Zwischenzeitlich sind sie bis zu 150 m tief, da der Regen seit Jahren ausbleibt.


Der ausgetrocknete Lac Iriqui


Unterkünfte der Nomaden


Nomaden waren mit ihren Dromedaren unterwegs


Fleischspieße wurden auf Holzkohle gegrillt

Unterwegs wurde uns ein Picknick mit Tee, Salat, Brot und Fleischspießen serviert.


Weiter ging es zu den Sanddünen des Erg Lihoudi bis Mhamid. Auf dem Rückweg besuchten wir noch ein kleines Wüstenmuseum in Oulad Driss, das sich in einer Lehmkasbah befindet.


Heftig durchgerüttelt auf den Stein- und tiefen Sandpisten erreichten wir bei Dunkelheit Zagora.


Couscous mit Rindfleisch und Gemüse


03.11.2017 Zagora – Foum Zguid 124 km und 271 Hm

Nach einem wiederum hervorragenden Frühstück, das Abdeslam schon um 6:30 Uhr für uns zubereitet hatte, nahmen wir die heutige Etappe in Angriff.


Herzlicher Abschied von Abdeslam

Auf gutem aber rauem Straßenbelag und nahezu ebener Strecke kamen wir in den kühlen Morgenstunden gut voran. Man überquert ein Hochplateau, das sich zwischen 740 m und 920 m befindet und zwischen zwei Bergrücken liegt.


Fahrt über das Plateau



Die Gegend ist kaum besiedelt und es gibt keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Pro Stunde begegneten uns oft nur 5 oder 6 Fahrzeuge. Nach 60 km setzte dann langsam der Wind ein und erschwerte uns mit zunehmender Stärke immer mehr das Vorwärtskommen. Gegen 16 Uhr fanden wir eine einfache Auberge in Foum Zguid und waren froh, unser Tagesziel erreicht zu haben. Zum Abschluss kochten wir uns noch ein Nudelgericht mit Tomatensalat und ließen den Tag gemütlich ausklingen.


04.11.2017 Foum Zguid – Tissint 67,6 km und 146 Hm

Pünktlich wurde uns das Frühstück im Garten serviert, so konnten wir bei 20°C unsere Fahrt fortsetzen.

Fast keine Besiedelung und wiederum kein Verkehr auf der ganzen Strecke. Interessant war es, den Dromedaren beim Fressen von mit langen Stacheln gespickten Zweigen der Arganbäume zuzusehen. Schöne Fels- und Sandformationen sowie ausgetrocknete Flussläufe gab es zu bestaunen.


Ausgetrockneter Flusslauf

Tissint erreichten wir schon kurz vor 12 Uhr bei 30°C und hatten noch ausreichend Zeit, uns im Ort und an den Wasserkaskaden umzusehen.


Kleine Wasserkaskaden


Hier wurden Teppiche gewaschen


Tissint

Auch ein Teil der schmutzigen Wäsche wurde gewaschen, so dass wir nun wieder gut riechend weiterreisen können.
Am Abend gingen wir noch auf den Markt und kauften 1 kg Mandarinen zum Preis von 0,30 € für die morgige Weiterreise.


05.11.2017 Tissint – Tata 70 km und 363 Hm

Bei leicht bewölktem Himmel starteten wir von unserer Unterkunft Kasbah Tissint um 8 Uhr. Auf neuem Straßenbelag führte die Straße mit sanften Steigungen durch die Stein- und Sandwüste am Rand der Sahara.


Der Fluss Tissint führt noch etwas Wasser und hat sich tief eingegraben.


Immer wieder erfreuen wir uns an den Dromedaren neben der Straße.

Immer mehr rückten nun auch die Berge des Antiatlas in unser Blickfeld. Nur zwei kleine Oasenorte lagen etwas abseits der Strecke.



Gegen Mittag erreichten wir Tata, einen Oasenort mit 17000 Einwohnern.


Hier fanden wir Unterkunft in einem einfachen Hotel, das schon bessere Tage gesehen hatte.

Wir bevorzugen bisher immer eine feste Unterkunft, da man es im Zelt wegen der Hitze nur bei Nacht aushält. Außerdem sind viele Campingplätze nur für Womos geeignet.


Tata; eine Besonderheit in Marokko sind Bauten mit Arkaden im EG, die es nur an wenigen Orten gibt.


06.11.2017 Tata – Akka 61,9 km und 104 Hm

Bei bewölktem Himmel und angenehmen 17°C zog die Straße wie ein Band vorbei an Oasen sowie Sand- und Steinwüsten. Auf der fast ebenen und wiederum sehr einsamen Straße rollte es hervorragend.


Wandernde Grasbüschel


Kleine Oase


Große Dromedarherde

So erreichten wir schon nach 3 Stunden mit Pausen unser heutiges Ziel, Akka, bei 32°C. In einem einfachen Hotel kamen wir für 12,-- € mit Du/Wc (die Dusche funktionierte allerdings nicht) unter. Den Nachmittag verbrachten wir mit Ausruhen und einem Rundgang durch den kleinen Oasenort mit 7000 Einwohnern.


Ortseingang von Akka


07.11.2017 Akka – Icht 84,1 km und 221 Hm

Der erste Schreck kam heute in der frühen Morgenstunde. Als wir nach dem Frühstück losfahren wollten bemerkten wir, dass in Friedas Vorderreifen keine Luft mehr war. Zum Glück hatte wohl nur jemand die Luft abgelassen, denn nach dem Aufpumpen war alles wieder in Ordnung und wir konnten unsere Tour fortsetzen.

Schon bei der Abfahrt um 8:15 Uhr hatte es heute 23°C. Auf der gut zu befahrenen Strecke kamen wir flott vorwärts und machten im einzigen Ort, in dem es einen Laden gab, um 10 Uhr nach 42 km eine längere Rast auf den Stufen des Ladens.


Willkommene Joghurtpause

Zur Mittagszeit hin wurde es immer heißer und zwei längere Baustellen, bei denen der Verkehr auf Pisten umgeleitet wurde, erschwerten das Vorankommen.

So erreichten wir um 12:40 Uhr das Auberge Borj Biramane in Icht bei mittlerweile 34°C. Auf dem Gelände gibt es auch einen Campingplatz. Nach den letzten Nächten in sehr einfachen Unterkünften waren wir froh, hier ein Häuschen zu ergattern mit sauberem Zimmer und mit DU/WC. Auch ein sauberes Bett mit ordentlicher Matratze und gutem Kopfkissen stand uns hier zur Verfügung. Zwischendurch genießt man den Luxus solch einer Unterkunft.



Den Nachmittag nutzten wir zum Einkaufen und wir besuchten noch die Oase Icht. Das Einkaufen war gar nicht einfach, da um 16 Uhr immer noch alle Läden geschlossen hatten. Die Läden bestehen meist nur aus einem Tor, das in der Mittagszeit bis gegen 17 Uhr verschlossen ist. Dahinter verbirgt sich ein Laden, der meist nur minimal breiter als die Eingangstüre ist und mit allem möglichen vollgestopft ist. Solange die Tür verschlossen ist sieht man nicht, was dahinter angeboten wird. So gelang es uns nur mit Hilfe eines Einheimischen, dem wir zu verstehen gaben, was wir wollten, den entsprechenden Laden zu finden.


Enge Gassen in der Oase. Hinter solchen Türen verbergen sich Läden aller Art.


08.11.2017 Icht – Amtoudi 69,4 km und 452 Hm

Nachdem am gestrigen Abend von den Teilnehmern einer Challenge Amsterdam – Dakar das Internet blockiert wurde gelang es uns heute früh vor dem Frühstück, unsere Mails zu versenden. Bei starker Bewölkung fuhren wir wieder auf einsamer Straße weiter.


Nomadenmädchen mit einem neugeborenen Zicklein

Wenige Nomaden mit Ziegen und Dromedaren boten immer wieder etwas Abwechslung. In sanfter Steigung gelangten wir gegen 13 Uhr nach Amtoudi. Auf dem dortigen Campingplatz bekamen wir ein Zimmer mit Halbpension für 40,-- € für uns beide.


Die Speicherburg in der Bildmitte vom Campingplatz aus gesehen.

Schon kurz nach der Ankunft stiegen wir zur Speicherburg (Agadir) Id Aisa auf.


Kakteen am Aufstiegsweg


Vor dem geschlossenen Tor warteten wir auf unseren Guide mit Schlüsselgewalt.


Bienenstöcke

Die 800 Jahre alte Speicherburg thront wie auf einem Adlerhorst und diente den Menschen vor hunderten von Jahren als Schutz vor feindlichen Belagerern. Der ohne Mörtel und nur mit größeren und kleineren Steinplatten zusammengefügte Mauerring mit Speicherkammern und Bienenstöcken sowie Zisternen bot auch Platz für ihre Vorräte. Das rund 2-stündige Unternehmen hat sich sehr gelohnt und bot außerdem prächtige Tiefblicke in das Tal von Amtoudi.


Tiefblick ins Tal von Amtoudi


09.11.2017 Amtoudi – Guelmim 110,3 km und 319 Hm

Ein Sonnen- Wolkenmix begleitete uns heute den ganzen Tag über. Viele lange Geraden, dazwischen immer mal wieder eine Oase und Berge in allen Schattierungen, boten heute wenig Abwechslung.

Wir kamen durch mehrere Orte und legten nach der Hälfte der Strecke eine längere Pause ein. Danach rollten wir trotz Gegenwind die letzten 55 km in die trockene Ebene nach Guelmim (300 m hoch) hinunter. Bei einer Polizeikontrolle vor Guelmim wurden wir noch etwas aufgehalten, weil die Polizisten die Daten unserer Pässe in ein Buch eintrugen. Für die Verzögerung schenkten sie uns noch einen großen Apfel. Am Eingang der Stadt bezogen wir ein schönes Hotel und bummelten später noch ins Zentrum der 120000 Einwohner zählenden Stadt. Guelmim ist eine wichtige Handelsstadt und das Tor zur Westsahara.


Polizeikontrolle


Die Männer warten vor der Moschee


10.11.207 Guelmim – Oase Fask und Tighmert 66,6 km und 228 Hm

Am heutigen Ruhetag radelten wir ohne Gepäck zu den beiden o. a. Oasen. Von beiden Oasen hatten wir uns mehr versprochen aber was soll`s.


Die Palmen werden mit einer waghalsigen Konstruktion getrimmt.

Der bei der Rückfahrt aufkommende Gegenwind und die teilweise recht schlechten Straßenverhältnisse bereiteten uns dann doch noch etwas Mühe. Zurück im Hotel ruhten wir uns während der Mittagshitze aus. Zum Abendessen ging es noch einmal ins Zentrum der Stadt. Wir genossen es, dass man hier eine riesige Auswahl an Cafes und Restaurants hatte.


11.11.2017 Guelmim – Sidi Ifni (Atlantik) 58,1 km und 546 Hm

Ein kräftiger Wind aus unterschiedlichen Richtungen blies uns auf unserer Strecke in Richtung Atlantik entgegen. Einige längere Steigungen über die Küstenberge waren zu bewältigen.


Auch heute wurde uns immer wieder die Frage gestellt, ob alles in Ordnung sei, wenn wir eine Verschnaufpause am Straßenrand einlegten. Die Straße bot mit ihren vielen Kurven mehr Abwechslung und es war wieder mehr Grün zu sehen, denn ganze Hänge waren voller Kakteen.


Wie ein silbernes Band mit Auf und Ab zieht die Straße durch das Land


Die Hänge sind voller Kakteen, meist Feigenkakteen.


Die Schulen sind alle farbig angestrichen, was im Frühjahr noch nicht der Fall war. Seit 5 Jahren besteht in Marokko Schulpflicht.

Sidi Ifni erreichten wir noch vor der Mittagszeit und quartierten uns im Hotel Suerte Loca für 23,-- € ein.


Unser Hotel in Sidi Ifni


Sidi Ifni

Bei stürmischem Wind und Wellengang unternahmen wir noch einen Rundgang durch den teils spanisch geprägten Ort und zum Strand.


Eine höhere Welle hat Frieda überrascht.


12.11.2017 Sidi Ifni – Mirleft 35,5 km und 455 Hm

Eigentlich hatten wir ursprünglich für heute einen Ruhetag eingeplant. Wir haben uns aber entschieden, lieber ein paar kurze Etappen einzulegen, solange wir hier an der Küste entlang fahren. Die Temperaturen an der Küste sind sehr angenehm, da das Thermometer z. Zt. hier nicht über 27°C ansteigt.

Gestern spielte Marokko um die Teilnahme an der Fußball WM. Hunderte von Männern saßen in und vor den Restaurants und sahen gebannt auf den Bildschirm.
So starteten wir heute erst kurz vor 9 Uhr bei 18°C von unserer Unterkunft. In Schleifen und Wellen zwischen 10 m und 110 m Höhe zog sich die Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken auf das Meer am Hang entlang.
Schon nach 12 km erreichten wir den landschaftlichen Höhepunkt dieses Tages. Wir verließen die Küstenstraße über eine staubige Piste bis zum Steilabbruch ca. 60 m über dem Meer.

Dort parkten wir unsere Räder und stiegen über einen steilen Pfad hinunter zum Strand. Nun waren es nur noch wenige Meter bis zum Felsentor „Pont naturell“. Das gesamte Gebilde besteht aus Steinen und Sand. Ein gleichartiges weiteres Tor ist vor 2 Jahren zusammengebrochen.


„Pont naturell“, Wunderwerk der Natur durch den ständig tosenden Ozean geformt.

Nach diesem sehenswerten Abstecher ging es wieder auf der wenig und mit gutem Asphalt versehenen Küstenstraße weiter mit einigen steilen Rampen nach Mirleft.


Ein weiteres kleines Felsentor war noch kurz vor Mirleft.

Hier hatten wir ein Appartement vorgebucht, das sehr gemütlich und geräumig ist.


Mirleft


13.11.2017 Mirleft – Tiznit 50,8 km und 532 Hm

Ein super Frühstück auf der Dachterrasse unseres Appartements machte gute Laune für den bevorstehenden Tag.


Reich gedeckter Frühstückstisch

Weiter ging es auf den nächsten 34 km auf der Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken auf das Meer. Auch hier sammelten wir wieder etliche Höhenmeter durch das ständige Rauf und Runter.

In Aglau wendeten wir uns von der Küste ab und fuhren Richtung Osten zurück ins Landesinnere. Auf guter Straße mit Radstreifen und andauernder leichter Steigung erreichten wir um 12:30 Uhr Tiznit. Im Hotel Al Amal fanden wir eine ausgezeichnete Unterkunft.
Den Nachmittag verbrachten wir damit, Tiznit mit seiner 5 km langen Stadtmauer mit 6 Stadttoren sowie den dahinter befindlichen Souk zu besuchen. Hier konnten wir bummeln, ohne durch aufdringliche Verkäufer belästigt zu werden. Dies gilt eigentlich für die ganze südliche Region Marokkos, die wir besucht haben.


Blaue Quelle, wird als Wallfahrtsort verehrt.


14.11.2017 Tiznit – Hotel Kerdouz 55,2 km und 1214 Hm

Eigentlich wollten gegen 8 Uhr los kommen. Aber zunächst konnte niemand den passenden Schlüssel für die Garage, in der unsere Räder abgestellt waren, finden. Um 9 Uhr war es dann endlich soweit. Wir konnten mit der Fahrt bei angenehmen 18°C, zurück in die Berge, beginnen. Die ersten rund 30 km ging es durch eine wüstenhafte Gegend fast flach dahin. Nur einige Oueds (Flussläufe) mussten gequert werden, was immer mit einer Abfahrt und einem darauf folgenden Anstieg verbunden war.


Abfahrt zu einem Oued, bei Starkregen wird die Straße an der tiefsten Stelle überschwemmt und ist nur mit Vorsicht zu befahren. Es gibt fast keine Brücken.


Immer wieder werden wir von Fahrzeugen eingestaubt. Alles ist knochentrocken.

Nach 40 km erreichten wir den Ort Tighni auf 480 m Höhe und legten dort eine Pause ein und versorgten uns noch mit Getränken für den nun folgenden Anstieg.


Frisch gestärkt geht es weiter.

Nun strampelten wir bei fast gleichbleibender Steigung von 7% in vielen Kehren langsam dem Pass entgegen. Wunderschöne Terrassenfelder und kleine Orte neben der Straße gab es zu bewundern.


Leider wurden bei einem Unwetter im Jahr 2014 viele Terrassen samt Erdreich weggeschwemmt.


Um 15 Uhr erreichten wir den Col du Kerdouz auf 1217 m und nahmen im dortigen Hotel ein Zimmer mit Halbpension. Nach einer Kaffeepause wanderten wir noch zu einem Aussichtspunkt. Die Tagestemperatur stieg heute nur bis 23°C an und war daher zum Radeln ideal.


Das ****Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen, bietet aber einen grandiosen Ausblick und liegt genau in einer Kehre.


15.11.2017 Hotel Kerdouz – Tafraoute 50,8 km 659 Hm

Wider Erwarten war das Essen im Restaurant sehr gut und reichlich.


Start über dem Wolkenmeer

Um 8 Uhr machten wir uns bei starkem Gegenwind auf den Weiterweg durch den Antiatlas. Die wunderschöne und kurvenreiche Strecke mit vielen Steigungen und Abfahrten begeisterte uns. Immer wieder kamen wir durch kleine Orte. Neben der Straße war es wieder staubtrocken und auf den Terrassenfeldern wurde nichts angebaut.

Langsam kamen wir unserem Tagesziel näher und die Landschaft veränderte sich völlig. Staunend betrachteten wir die unterschiedlichen Felsformationen aus Granit.


Die Natur hat hier bizarre Felsen aus Granit geformt

In Tafraoute fanden wir ein schönes Hotel zum Preis von 30,-- € für das Doppelzimmer. Hier ist es wunderschön. Deshalb werden wir die nächsten 5 Tage hier verbringen und Wanderungen und Radtouren ohne großes Gepäck unternehmen. Die Temperaturen betragen hier angenehme 25°C am Nachmittag.


Aussicht von unserem Hotel


16.11.2017 Kleine Radtour und Wanderungen um Tafraoute 30,2 km 331 Hm

Den heutigen Ruhetag gingen wir ganz gemütlich an. Nach dem Frühstück besuchten wir Ritchie, der hier Fahrräder verleiht und auch Zimmer vermietet. Der Niederbayer gab uns gute Tipps und pumpte uns freundlicherweise unsere Reifen auf.

Anschließend radelten wir zum Napoleon-Felsen und dann weiter zu den Painted Rocks. Hier wurden mehrere Felsen 1984 von einem belgischen Künstler bemalt.


Unterwegs zu dem painted Rocks


Er lud uns in sein Zelt zum Tee ein


Painted Rocks



In Aguerd Oudad (hier befindet sich auch der Napoleon-Felsen) sind die Häuser an die Felsen geschmiegt.


Der imposante Chapeau de Napoleòn

Auch das Dorf Adai, am Fuß von Granitfelsen gelegen, besuchten wir noch einmal und wanderten durch die Felsenlandschaft.


17.11.2017 Tafraoute – Ait Mansour – Tafraoute 65,7 km und 1322 Hm

Eine Radtour ohne Gepäck ins Paradies. So könnte man unsere heutige Tour umschreiben.
Gleich zu Beginn stand ein langer Aufstieg von 1000 m Höhe auf 1685 m Höhe an. In vielen Serpentinen ging es 18 km lang hinauf nach Tasserit.

Von dort durchfuhren wir zunächst eine karge Hochebene, bevor es wiederum über steile Serpentinen in die eindrucksvolle Schlucht von Mansour hinunter auf 1200 m Höhe ging.

Je tiefer wir kamen umso enger wurde die Schlucht. Die tief grünen Dattelpalmen mit den leuchten roten Felswänden im Hintergrund beeindruckten uns sehr. Die traumhaft schöne Schlucht ist auch ein tolles Wanderparadies.

In Ait Mansour legten wir eine Mittagspause in einer Auberge ein, bevor wir uns auf derselben Route wieder auf den Rückweg machten. Die am Morgen noch frischen 12°C stiegen im Laufe des Tages bis auf 25°C an.


Rückfahrt nach Tafraoute über 700 Höhenmeter


18.11.2017 Tafraoute – Tamaloukt – Tagdicht – Tafraoute 30,7 km und 713 Hm

Eine Radtour ins Ammelntal. Diese Radtour hatte es in sich. Nach 8 km auf der Straße erreichten wir Tamaloukt auf 870 m Höhe.


Tamaloukt im Ammelntal

Am Ortseingang bogen wir auf eine Schotterpiste ab, auf der es gleich in engen Serpentinen steil bergauf ging. Danach folgten holprige Kilometer auf steilen Betonplatten mit Steigungen zwischen 8% und 16%, die uns alles abverlangten. Landschaftlich ein großartiges und total einsames Sträßchen, auf dem uns nur ein Auto begegnete. Nach vielen Schleifen und Kehren erreichten wir Tagdicht auf 1400 m Höhe.

Der Ort mit seinen vielfach rot getünchten Häusern liegt eingerahmt zwischen Felsen und bot einen fantastischen Anblick.


Tagdicht


Tagdicht

Nach einer Rast fuhren wir auf gleicher Strecke wieder zurück und genossen immer wieder die prächtigen Ausblicke auf die grandiose Berglandschaft.


Fantastische Streckenführung


Die Schotterserpentinen hinunter ins Tal

Mit beiden Händen an den Bremsen rumpelten wir über die rauen und löchrigen Wegstrecken wieder hinunter und weiter zurück nach Tafraoute.


Zurück im Ammelntal


19.11.2017 Rundwanderung rund um Tafraoute 15,5 km

Unsere Wanderung führte uns zunächst nach Tazzeka bei den Clownfelsen. Im Zentrum gab es einige alte Agadire (Speicherburgen) zu besichtigen.

Weiter ging es durch unwegsames Gelände mit den unterschiedlichsten Gesteinsformationen.


Auch zwei Kletterer waren in den Granitfelsen bei angenehmen 25°C zu sehen.

Wir erreichten eine Hochebene, von der aus wir auf einem Weg zu den Painted Rocks gelangten. Von dort ging es am Napoleonfelsen vorbei und zurück nach Tafraoute.


20.11.2017 Tafraoute - Kasbah Tizourgane 50,4 km und 1062 Hm


Das Berberbrot wird hier auf heißen Steinen gebacken und schmeckt ganz hervorragend. Für -,30 € erhält man ein frisch gebackenes Fladenbrot.


In heißem Fett ausgebackene Kringel waren unser Lieblingsgebäck und für -,10 € erhältlich.


Abfahrt von unserem Hotel Salama in Tafraoute

Bei kühlen 14°C starteten wir kurz nach 8 Uhr. Zunächst ging es auf 950 m hinunter ins Ammelntal. Dann folgten wir der Straße in Richtung Agadir. Diese stieg nun durchgehend bis 8% hinauf zur 1655 m hohen Passhöhe. Diese 720 Höhenmeter mit Gepäck forderten uns schon, aber die tolle Landschaft entschädigte wieder einmal für die Mühen.


Auffahrt durchs Ammelntal


Bald ist die Passhöhe geschafft.

Auf dem nun folgenden Streckenabschnitt ging es zwar überwiegend bergab aber immer wieder setzten bis zu 10% steile und etwa 100 Höhenmeter hohe Gegenanstiege Nadelstiche. In zwei Orten, die wir durchfuhren, bekamen wir keine Menschenseele zu sehen. Auch ansonsten waren wir fast alleine unterwegs. Bei der Abfahrt bewegten wir uns fast parallel zur Aufstiegsroute und hatten somit linker Hand wieder das Ammelngebirge und rechts kahle und vegetationslose Hänge.


Auf der Rückseite des Ammelngebirges.

In der Kasbah Tizourgane, die hoch über dem Tal auf über 1200 m liegt, nahmen wir uns ein Zimmer und beendeten den Arbeitstag.


Dieses auf einem Hügel erbaute Dorf wurde im 13. Jahrhundert ursprünglich als Getreidespeicher erbaut. Es diente aber in den kriegerischen Auseinandersetzungen als Zufluchtsstätte für die Dorfbewohner aus der Ebene. Seit 2010 wird ein Teil als Gästehaus genutzt.


Aufenthaltsraum und Speisesaal in der Kasbah Tizourgane.


21.11.2017 Kasbah Tizourgane – Agadir 100,9 km und 561 Hm

Gegen 8 Uhr brachen wir von unserer außergewöhnlichen Herberge auf und um warm zu werden ging es gleich mal 100 Höhenmeter bergauf.


Die Suppe als Vorspeise nimmt man mit einem Holzlöffel zu sich.

Dann bogen wir auf eine Nebenstraße ab, die uns Ritchie empfohlen hatte. Steil führte das schmale Sträßchen in Kehren hinunter in eine Schlucht. Genauso steil wie es hinunter ging war der Anstieg auf der anderen Seite. So erging es uns mehrfach und wir mussten mächtig in die Pedale treten, um die bis zu 12% steilen Anstiege zu erklimmen. Die Landschaft war wunderschön und abwechslungsreich. Allerdings bekamen wir auf der gesamten Strecke von ca. 30 km bis zum Ahl Souss Stausee gerade mal 1 Auto und 5 Personen sowie Esel, Schafe und Ziegen zu sehen.


Zunächst folgte jeder Abfahrt ein steiler Aufstieg.


Die Landschaft veränderte sich wieder und die Berge waren nicht mehr so schroff.


Mühsame Feldarbeit auf kleinen Terrassenfeldern.


Ahl Souss Stausee

Auf der nun folgenden Hauptstraße kamen wir deutlich flotter vorwärts, da uns keine so steilen Anstiege mehr ausbremsten. Hinter Ait Baha legten wir noch eine Mittagspause an einer Tankstelle ein. Ab dort ging es dann tendenziell bergab. Der Gegenwind bremste uns zwar etwas aus, konnte uns aber nicht mehr aufhalten.


Wir lassen die Berge hinter uns und es geht an vielen Gewächshäusern vorbei nach Agadir am Atlantik.

30 km vor Agadir wurde der Verkehr immer heftiger und wir fuhren nur noch durch dicht besiedeltes Gebiet. Zwar hatten wir vielfach Radspuren oder Radwege, aber wie zu Hause auch, waren diese oft in schlechtem Zustand oder zugeparkt.

In Agadir kamen wir, wie schon bei unserer Radtour im Frühjahr, in der Hotel Fleurie unter. Hier buchten wir für 3 Tage und lassen unseren Radurlaub langsam ausklingen.


22.11.2017 Ruhetag in Agadir

Den heutigen Tag nutzten wir, um uns in Agadir umzuschauen. Agadir ist eine recht moderne Stadt und hat eigentlich mit Marokko nichts zu tun. Die Stadt ist voll auf den Tourismus eingestellt und bietet Hotelanlagen in allen Kategorien an. Es gibt einen viele Kilometer langen breiten Sandstrand, hinter dem sich die Hotelanlagen aufreihen. Die beigefügten Bilder zeigen einige Impressionen von der Stadt.


Mit einem Frühstück am Pool begann der Tag.

Vom Strand aus sind die Ruinen der alten Kasbah auf einem Hügel zu sehen. Die aus Steinen geformte Schrift zitiert den Wahlspruch „Gott, König, Vaterland“.


Moderne Gebäude in der Stadt.


Kontrast zur modernen Stadt – ein Müllsammler mit Eselgespann.


Früchte eines uns unbekannten Baumes.


Langer und breiter Sandstrand.


23.11.2017 Kleine Radtour in und um Agadir 21,3 km und 278 Hm

Per Rad ging es heute zunächst hinauf zur Ruine der alten Kasbah. Diese liegt auf einem ca. 200 m hohen Berg im Norden der Stadt und bietet eine prächtige Aussicht auf Agadir und das Umland.

Anschließend rollten wir wieder zurück und fuhren an der Strandpromenade entlang Richtung Süden. Viele luxuriöse Hotelanlagen mit herrlichen Gärten reihen sich am Strand entlang. Der Badeort hat die meisten Sonnenstunden und durch den Wind ein angenehmes Klima.

Morgen wechseln wir noch das Quartier und verbringen die letzte Nacht in der Nähe des Flughafens, bevor es am Samstag wieder nach Hause geht.