Amalfiküste

30.03.2018 Pozzuoli – Pompei 39,5 km und 216 Hm

Bei wunderschönem Wetter machten wir uns um 9 Uhr auf den Weg nach Pompei. Schon zu Beginn hatten wir den Vesuv im Blick, der mit 1281 m den Golf von Neapel überragt. Unsere Straße war meist mit grobem Kopfsteinpflaster nicht besonders gut zu befahren. Bei sonnigem Wetter strahlte heute Neapel in einem ganz anderen Licht als gestern. Vorbei am Hafen ging es wesentlich besser als erwartet.

Nach Neapel reihte sich ein Ort an den anderen und das löchrige Kopfsteinpflaster und der heftige Verkehr strapazierten unsere Nerven. Es wurde in 2 Spuren geparkt (mehr waren meist auch nicht vorhanden) was zu kilometerlangen Staus führte. Außerdem wurden die Fahrertüren aufgerissen, ohne zuvor einen Blick in den Spiegel geworfen zu haben. Zu allem Übel kurvten Mopeds und Motorräder links und rechts an uns vorbei. So benötigten wir für die knapp 40 Kilometer 3,5 Stunden.
In Pompei beendeten wir unsere Tagesetappe und kamen in einem guten B&B für die nächsten 2 Nächte unter.
Dann machten wir uns auf den Weg zu der archäologischen Ausgrabungsstätte, die nur wenige hundert Meter entfernt war. Das weitläufige ehemalige Stadtgebiet, das durch die schreckliche Katastrophe 79 nach Christus, beim Ausbruch des Vesuvs in Schutt und Asche versank, ist heute Ziel von hunderttausenden von Touristen.


Versteinerter Mensch


Das ehemalige Stadtgebiet umfasst 55 Hektar und wurde erst im 18. JH entdeckt und bis heute ist noch nicht alles ausgegraben.

31.03.2018 Pompei

Mit einem Kleinbus ging es von unserer Unterkunft um 9 Uhr hinauf zum Parkplatz am Vesuv. Dort wurden wir von unserem Sohn Christian mit Familie schon erwartet. Sie sind derzeit mit ihrem Camper in der Region unterwegs. Gemeinsam wanderten wir zum Kraterrand hinauf.


Blick auf den Golf von Neapel

Beeindruckend war der Schlund des Kraters mit seinen aufsteigenden Schwefeldämpfen. Hier oben wehte ein kalter und stürmischer Wind und die Sicht, die anfangs noch ganz ordentlich war, wurde immer schlechter bis wir schließlich ganz von Wolken eingehüllt waren.

In der Gefahrenzone des Vulkans leben 3 Mio. Menschen. Trotz vieler Frühwarnsysteme dürfte es unmöglich sein, so viele Menschen rechtzeitig zu evakuieren, da die ganze Gegend dicht besiedelt ist. Seit 1944 ist der Krater durch einen Magmapfropfen verschlossen. Der Schein trügt, der Vesuv ist hochgradig gefährlich und ein Ausbruch kann sich jederzeit wiederholen.


01.04.2018 Pompei – Sant`Agata sui Due Golfi 44 km und 873 Hm (Ostersonntag)

In der Nacht muss es heftig geregnet haben, denn die Straßen waren bei unserem Start voller großer Pfützen. Trotz des heftigen Windes mit Starkböen kamen wir ganz gut voran.


Castellamare


Blick auf Sorrent

Kaum hatten wir Sorrent erreicht, als ein kurzer, aber heftiger Regenschauer niederging. Wir flüchteten in ein Straßencafe und genossen einen Cappuccino mit Cornetti di Crema.


Sorrent

Den restlichen Tag blieb es trocken und die Sonne kam immer mehr durch. Der kalte und böige Wind begleitete uns aber weiterhin. Auf einem Nebensträßchen umfuhren wir die Landzunge und mit einigem Auf und Ab ging es hinauf zum 400 m hoch gelegenen Sant`Agata sui Due Golfi zu unserem vorgebuchten Hotel.


Ein erster Blick auf Capri

Hier erwartete uns sogar der Osterhase.


02.04.2018 San Agata sui Due Golfi - Foce del Sele 91 km und 726 Hm

Beim Start war der Himmel noch stark bewölkt aber bald setzte sich die Sonne durch und wir erlebten einen wunderschönen Radeltag.


Die Amalfitana ist eine abenteuerlich gebaute Küstenstraße die sich an den Berghängen entlang schlängelt und zählt zu den schönsten Strecken, die wir bisher mit dem Rad befahren haben. Senkrecht aufsteigende Felswände und als Kontrast das blau glitzernde Meer bilden eine herrliche Kulisse. Die terrassenförmigen Orte, die an diesen Felsabhängen zu kleben scheinen, sind unbeschreiblich schön.


Positano


Dom von Amalfi


Im Hintergrund ist bereits Salerno zu erkennen

Unser Vorteil auf dieser Strecke besteht darin, dass wir mit unseren Rädern überall anhalten können, während die Autofahrer endlose Schlangen auf der Suche nach einem Parkplatz verursachen.

War es bis Salerno ein ständiges Auf und Ab so war es danach auf der Küstenstraße absolut flach.

Neapel

27.03.2018 Terracina – Pozzuoli 117,6 km und 534 Hm

Gestern Abend wurden wir, nachdem wir vom Abendessen zurückkamen, von unserem Gastgeber mit einem großen Glas Spritz und Knabbergebäck überrascht. Hier fühlten wir uns sehr willkommen.

Heute starteten wir kurz nach 8 Uhr. Auf der Strandpromenade ging es aus Tarracina hinaus.


Die Küstenstraße bot schöne Ausblicke auf das Meer. Bald erreichten wir Sperlonga.

Hier führte die Straße steil bergan und die folgende Strecke nach Gaeta führte durch mehrere Tunnel. Danach war die Strecke eher langweilig, da das Meer nicht mehr zu sehen war und die Strecke meist flach verlief. Viele schlechte Straßenabschnitte und zeitweise erhöhtes Verkehrsaufkommen forderten erhöhte Aufmerksamkeit. In Pozzuoli endete die heutige Etappe und hier verbringen wir drei Nächte.


Aquädukt aus der Römerzeit


Vor den Bergen türmen sich, wie schon gestern, bedrohliche Wolken auf. Am Meer entlang ist der Himmel bisher meist blau. Nur die Temperaturen zwischen 6°C und 13°C lassen noch zu wünschen übrig.


28.03.2018 Pozzuoli Ruhetag

Nach 2 doch recht langen Tagen legten wir hier einen Ruhetag ein, da es auch einiges zu besichtigen gab.
Zu Fuß machten wir uns auf, um einige Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Vom Hafen aus ging es steil hinauf in das Gebiet des Vulkans Solfatara auf 200 m Höhe. Schon von weitem konnte man die Schwefelgase riechen. Leider war die Anlage geschlossen und man konnte nur von einem Sträßchen aus in die Phlegräischen Felder blicken. Hier befinden sich aktive Schlammlöcher mit bis zu 200°C heißem Schlamm.

Mitten in der Stadt befindet sich ein Amphitheater, das auch nur von außen durch einen Zaun zu sehen war.

Viele enge Gässchen führten hinunter zum Hafen, von dem Fähren nach Ischia und Korsika auslaufen.

Auch heute herrschte ein Sonne- und Wolkenmix mit frischem Wind und kühlen Temperaturen, sobald sich die Sonne hinter den Wolken verzog.


29.03.2018 Besichtigung von Neapel

Mit der Bahn fuhren wir zum Hauptbahnhof am Piazza Garibaldi in Neapel.


Mit einem recht klapprigen Zug ging es von Pozzuoli nach Neapel

Schöne Gebäude stehen im Kontrast zu verfallenen Bausubstanzen.

Die meisten Straßen sind eng und total zugeparkt und der Straßenbelag ist in miserablem Zustand. Durch chaotischen Verkehr und verstopfte Gassen, wo man auch als Fußgänger seine liebe Mühe hat, einen Weg zu finden, kämpft man sich durch Müll und Abfall. Für die Autofahrer ist es äußerst schwer, einen Parkplatz zu erkämpfen, da sämtliche Einfahrten und vielfach auch die 2. Reihe zugeparkt sind. Ein Großteil der sehenswerten Kirchen war verschlossen und an den interessanten Plätzen befanden sich häufig Großbaustellen. So sehr uns Rom gefallen hat, so wenig begeisterte uns Neapel.

In den engen Gassen der Altstadt wuselte es nur so von Menschen und hier war es wichtig, auf sein Hab und Gut aufzupassen.

Rom und die Weiterfahrt zum Meer

23.03.2018 Anreise 31,4 km und 170 Hm

Mit unseren Rädern starteten wir von Laupheim zum Fernbus-Bahnhof in Ulm-Böfingen. Bei kühlen 6°C erreichten wir diesen und fuhren um 18:10 Uhr mit 50 Minuten Verspätung nach München.


Dort ging es pünktlich um 21:05 Uhr über Bozen – Trient – Florenz nach Rom. Kurz hinter Innsbruck gab es noch eine 15-minütige Pause.

Schon um 8 Uhr – statt wie geplant um 9:40 Uhr - erreichten wir den Busbahnhof in Rom bei kühlen 4°C aber strahlendem Sonnenschein.


Start am Busbahnhof von Rom


24. und 25.0318 Besichtigung von Rom 17,5 km und 120 Hm

Wir sattelten unsere Räder und besuchten zunächst einige etwas abseits gelegen Sehenswürdigkeiten. Zur Mittagszeit fuhren wir zu unserer gebuchten Unterkunft, zogen uns um und machten uns zu Fuß erneut auf, um weitere interessante Plätze zu besuchen.


Piazza del Popolo


Petersdom

Auch am Palmsonntag machten wir uns wieder zeitig auf, um weitere Highlights zu besichtigen. Mit der U-Bahn ging es in die Nähe des Vatikans und später mit dieser auch wieder zurück.

Egal wo wir waren, wir fühlten uns nie einsam, denn wir waren immer von Menschenmassen umgeben. Überall in der Stadt waren die Polizei und das Militär unterwegs und kontrollierten die Besucher an den Eingängen. Auch heute hatten wir sonniges Wetter aber am Morgen und im Schatten war es noch empfindlich kalt.


Colosseum


Forum Romanum


Piazza Venezia


Vittorio Emmanuele II


Pantheon


Trevibrunnen; vor lauter Menschen ist der Brunnen auf dem Bild nicht zu sehen


Engelsburg


26.03.2018 Rom - Terracina 127,1 km und 690 Hm

Um 8 Uhr verließen wir unsere Unterkunft und reihten uns in den morgendlichen Berufsverkehr ein.

Schon nach wenigen Kilometern bogen wir auf die Via Appia antica (sie führte einst von Rom nach Brindisi) ab. Auf teils mehr als 2000 Jahre altem Pflaster hoppelten wir zwischen Ruinen aus der Römerzeit, die sich links und rechts neben dem Weg befanden, entlang.

Die weitere Strecke zog sich hinauf zum Albaner See und weiter zum Sommersitz der Päpste zum Castell Gandolfo, das auf über 400 m über dem Albaner See thront.

Die folgende Abfahrt führte vielfach durch landwirtschaftlich genutztes Gelände.

Nach 75 km erreichten wir bei Lido di Marina das Meer.

Nun ging es überwiegend flach zunächst an der Küste und dann etwas im Landesinneren weiter zu unserem Ziel, Terracina.


Abendstimmung am Strand von Terracina

Süditalien

Am 23.März werden wir in den Süden starten und hoffen dort auf angenehmes und nicht so kaltes Radlwetter.
Wir fahren mit einem Flixbus (incl. Radmitnahme) nach Italien. Von Rom aus fahren wir in den Süden. Entlang der Amalfiküste geht es nach Kalabrien und dann folgt  die Umrundung des Stiefels und über Apulien wollen wir an der Adria entlang bis Venedig. Bei dieser Tour stehen hauptsächlich Kultur und die verschiedenen Landschaften im Mittelpunkt.
Eigentlich wollten wir von zu Hause aus über die Alpen und danach weiter nach Rom fahren. Doch der Bernadino-Pass ist wegen Wintersperre frühestens Ende Mai zu befahren.
Jetzt fangen wir im Süden an und werden die geplante Strecke bis Rom irgendwann nachholen.