Weiter durch die Wüste Richtung Atlantik

05.11.2017 Tissint – Tata 70 km und 363 Hm

Bei leicht bewölktem Himmel starteten wir von unserer Unterkunft Kasbah Tissint um 8 Uhr. Auf neuem Straßenbelag führte die Straße mit sanften Steigungen durch die Stein- und Sandwüste am Rand der Sahara.


Der Fluss Tissint führt noch etwas Wasser und hat sich tief eingegraben.


Immer wieder erfreuen wir uns an den Dromedaren neben der Straße.

Immer mehr rückten nun auch die Berge des Antiatlas in unser Blickfeld. Nur zwei kleine Oasenorte lagen etwas abseits der Strecke.



Gegen Mittag erreichten wir Tata, einen Oasenort mit 17000 Einwohnern.


Hier fanden wir Unterkunft in einem einfachen Hotel, das schon bessere Tage gesehen hatte.

Wir bevorzugen bisher immer eine feste Unterkunft, da man es im Zelt wegen der Hitze nur bei Nacht aushält. Außerdem sind viele Campingplätze nur für Womos geeignet.


Tata; eine Besonderheit in Marokko sind Bauten mit Arkaden im EG, die es nur an wenigen Orten gibt.


06.11.2017 Tata – Akka 61,9 km und 104 Hm

Bei bewölktem Himmel und angenehmen 17°C zog die Straße wie ein Band vorbei an Oasen sowie Sand- und Steinwüsten. Auf der fast ebenen und wiederum sehr einsamen Straße rollte es hervorragend.


Wandernde Grasbüschel


Kleine Oase


Große Dromedarherde

So erreichten wir schon nach 3 Stunden mit Pausen unser heutiges Ziel, Akka, bei 32°C. In einem einfachen Hotel kamen wir für 12,-- € mit Du/Wc (die Dusche funktionierte allerdings nicht) unter. Den Nachmittag verbrachten wir mit Ausruhen und einem Rundgang durch den kleinen Oasenort mit 7000 Einwohnern.


Ortseingang von Akka


07.11.2017 Akka – Icht 84,1 km und 221 Hm

Der erste Schreck kam heute in der frühen Morgenstunde. Als wir nach dem Frühstück losfahren wollten bemerkten wir, dass in Friedas Vorderreifen keine Luft mehr war. Zum Glück hatte wohl nur jemand die Luft abgelassen, denn nach dem Aufpumpen war alles wieder in Ordnung und wir konnten unsere Tour fortsetzen.

Schon bei der Abfahrt um 8:15 Uhr hatte es heute 23°C. Auf der gut zu befahrenen Strecke kamen wir flott vorwärts und machten im einzigen Ort, in dem es einen Laden gab, um 10 Uhr nach 42 km eine längere Rast auf den Stufen des Ladens.


Willkommene Joghurtpause

Zur Mittagszeit hin wurde es immer heißer und zwei längere Baustellen, bei denen der Verkehr auf Pisten umgeleitet wurde, erschwerten das Vorankommen.

So erreichten wir um 12:40 Uhr das Auberge Borj Biramane in Icht bei mittlerweile 34°C. Auf dem Gelände gibt es auch einen Campingplatz. Nach den letzten Nächten in sehr einfachen Unterkünften waren wir froh, hier ein Häuschen zu ergattern mit sauberem Zimmer und mit DU/WC. Auch ein sauberes Bett mit ordentlicher Matratze und gutem Kopfkissen stand uns hier zur Verfügung. Zwischendurch genießt man den Luxus solch einer Unterkunft.



Den Nachmittag nutzten wir zum Einkaufen und wir besuchten noch die Oase Icht. Das Einkaufen war gar nicht einfach, da um 16 Uhr immer noch alle Läden geschlossen hatten. Die Läden bestehen meist nur aus einem Tor, das in der Mittagszeit bis gegen 17 Uhr verschlossen ist. Dahinter verbirgt sich ein Laden, der meist nur minimal breiter als die Eingangstüre ist und mit allem möglichen vollgestopft ist. Solange die Tür verschlossen ist sieht man nicht, was dahinter angeboten wird. So gelang es uns nur mit Hilfe eines Einheimischen, dem wir zu verstehen gaben, was wir wollten, den entsprechenden Laden zu finden.


Enge Gassen in der Oase. Hinter solchen Türen verbergen sich Läden aller Art.

Die Karawane zieht weiter...

02.11.2017 Ausflug in die Sahara

Den heutigen Ruhetag nutzten wir zu einer Exkursion in die Sahara. Zusammen mit unserem Gastgeber und einem Fahrer ging es mit einem Allradfahrzeug in die Wüste.


Die 10-stündige Tour führte durch Stein- und Sandwüste bis zum seit vielen Jahren ausgetrockneten Lac Iriqui.


Immer wieder trafen wir auf Brunnen, aus denen die Nomaden ihr Wasser schöpfen. Zwischenzeitlich sind sie bis zu 150 m tief, da der Regen seit Jahren ausbleibt.


Der ausgetrocknete Lac Iriqui


Unterkünfte der Nomaden


Nomaden waren mit ihren Dromedaren unterwegs


Fleischspieße wurden auf Holzkohle gegrillt

Unterwegs wurde uns ein Picknick mit Tee, Salat, Brot und Fleischspießen serviert.


Weiter ging es zu den Sanddünen des Erg Lihoudi bis Mhamid. Auf dem Rückweg besuchten wir noch ein kleines Wüstenmuseum in Oulad Driss, das sich in einer Lehmkasbah befindet.


Heftig durchgerüttelt auf den Stein- und tiefen Sandpisten erreichten wir bei Dunkelheit Zagora.


Couscous mit Rindfleisch und Gemüse


03.11.2017 Zagora – Foum Zguid 124 km und 271 Hm

Nach einem wiederum hervorragenden Frühstück, das Abdeslam schon um 6:30 Uhr für uns zubereitet hatte, nahmen wir die heutige Etappe in Angriff.


Herzlicher Abschied von Abdeslam

Auf gutem aber rauem Straßenbelag und nahezu ebener Strecke kamen wir in den kühlen Morgenstunden gut voran. Man überquert ein Hochplateau, das sich zwischen 740 m und 920 m befindet und zwischen zwei Bergrücken liegt.


Fahrt über das Plateau



Die Gegend ist kaum besiedelt und es gibt keinerlei Einkaufsmöglichkeiten. Pro Stunde begegneten uns oft nur 5 oder 6 Fahrzeuge. Nach 60 km setzte dann langsam der Wind ein und erschwerte uns mit zunehmender Stärke immer mehr das Vorwärtskommen. Gegen 16 Uhr fanden wir eine einfache Auberge in Foum Zguid und waren froh, unser Tagesziel erreicht zu haben. Zum Abschluss kochten wir uns noch ein Nudelgericht mit Tomatensalat und ließen den Tag gemütlich ausklingen.


04.11.2017 Foum Zguid – Tissint 67,6 km und 146 Hm

Pünktlich wurde uns das Frühstück im Garten serviert, so konnten wir bei 20°C unsere Fahrt fortsetzen.

Fast keine Besiedelung und wiederum kein Verkehr auf der ganzen Strecke. Interessant war es, den Dromedaren beim Fressen von mit langen Stacheln gespickten Zweigen der Arganbäume zuzusehen. Schöne Fels- und Sandformationen sowie ausgetrocknete Flussläufe gab es zu bestaunen.


Ausgetrockneter Flusslauf

Tissint erreichten wir schon kurz vor 12 Uhr bei 30°C und hatten noch ausreichend Zeit, uns im Ort und an den Wasserkaskaden umzusehen.


Kleine Wasserkaskaden


Hier wurden Teppiche gewaschen


Tissint

Auch ein Teil der schmutzigen Wäsche wurde gewaschen, so dass wir nun wieder gut riechend weiterreisen können.
Am Abend gingen wir noch auf den Markt und kauften 1 kg Mandarinen zum Preis von 0,30 € für die morgige Weiterreise.

Auf der Route der Kasbahs

30.10.2017 Taznakht – Agdz 87,1 km und 596 Hm

Unser Wirt überraschte uns zum Frühstück mit einem Berberomelette. Außerdem gab er uns zur Wegzehrung ein paar Äpfel mit und Frieda bekam noch ein Paar Schuhe geschenkt.


Kurz vor 8 Uhr machten wir uns bei kühlen 10°C auf den Weg nach Agdz. Auf der kurvenreichen Strecke waren wir fast alleine unterwegs.


Durch eine imposante Schlucht führte die Straße zunächst bergauf, bevor es auf der anderen Seite in rasanter Fahrt wieder hinab ging.

Tolle Felsformationen in unterschiedlichen Farben gab es zu bestaunen und später tauchten immer wieder Oasen auf, die nur auf unbefestigten Wegen zu erreichen waren. Sie lagen abseits der Straße, so dass es auf der gesamten Strecke nichts zu kaufen gab. Zwischenzeitlich stieg das Thermometer wieder auf 32°C an und weit und breit war kein Schatten in Sicht.


Markanter Felsgipfel bei Agdz

Die letzten 50 Kilometer ging es meist mit leichtem Gefälle nach Agdz, das wir um 15 Uhr erreichten. In einem einfachen Hotel kamen wir für 30,-- € unter. Auf dem Markt kauften wir noch Gemüse und Getränke ein und kochten dann auf dem Balkon unseres Hotels ein leckeres Abendessen.


31.10.2017 Agdz – Zagora 91 km und 337 Hm

Nach unserem selbst zubereiteten Frühstück auf dem Zimmer rollten wir um 7:30 Uhr aus dem netten Städtchen hinaus.


Bei 11°C verlassen wir Agdz

Auf bestem Belag fuhren wir durch das einmalig schöne Draatal auf der Straße der Kasbahs. Viele Oasen mit Dattelpalmen und bizarre Felsketten säumten unseren Weg. Es gab viel zu schauen auf dieser fantastischen Strecke.


Im gesamten Tal, das wir durchfuhren, begleiteten uns riesige Oasen mit Dattelpalmen


Alte Lehmburg


Die gesamte heutige Strecke verlief auf bestem Asphalt mit einem Seitenstreifen für Radler und fast ohne Verkehr.


Früchte der Dattelpalme. Es gibt in den hiesigen Oasen 40 verschiedene Sorten.

In Zagora kamen wir im Riad le Reve, das wir um 13 Uhr erreichten, unter. Hier buchten wir für drei Nächte. Während der heißen Mittagszeit ruhten wir noch einige Zeit in unserem kühlen Zimmer und statteten dann der 40000 Einwohner zählenden Stadt noch einen Besuch ab.


Unser Gastgeber Abdeslam bereitete uns noch ein ganz vorzügliches Abendessen zu.


01.11.2017 Zagora – Tamegroute – Zagora 46,3 km und 175 Hm

Der Tag begann mit einem ausgezeichneten Frühstück, das keine Wünsche offen ließ.


Unser Gastgeber Abdeslam, der im Sommer in der Schweiz arbeitet, wenn hier die Temperaturen bis zu 55°C ansteigen.

Danach ging es ohne Gepäck zunächst zum großen Markt, auf dem auch Tiere gehandelt wurden.


Eingang zum Markt

Auf wüstenhafter Strecke fuhren wir zum Wallfahrtsort Tamegroute. Viele Kranke kommen hierher in der Hoffnung, wieder zu gesunden. Wir besuchten die Bibliothek, wo es uralte Koranschriften zu besichtigen gab. Außerdem schauten wir die riesige, dreigeschossige Lehmkasbah, in der 300 Familien leben an. Berber, Araber, Tuaregs und Nomaden leben hier in einer Kooperative zusammen.


Nach einer Trinkpause ging es auf dem gleichen Weg wieder zurück nach Zagora. Viele dunkelhäutige Menschen leben hier und sind Nachfahren von Sklaven aus Mali und dem Sudan.


Brücke über die ausgetrocknete Draa, dem mit 1200 km längsten Fluss Marokkos.


Zagora ist eine ehemalige Karawanenstation. Von hier aus erreichten die Karawanen in 52 Tagen Timbuktu in Mali

Auf dem Weg zum Antiatlas

27.10.2017 Ourigane – Tizi n`Test 71,4 km und 1548 Hm

Nach einem guten Frühstück ging es bei 14°C um 7:30 Uhr in Richtung Pass. Viel Auf und Ab gab es auf den ersten 35 km zu bewältigen. Die mühsam erkämpften Höhenmeter wurden immer wieder vernichtet. Auf völlig ruhiger Straße schraubten wir uns langsam höher.


Viele Trinkpausen benötigten wir bei den heißen Temperaturen.


Die Straße schlängelte sich bei fast gleichmäßiger Steigung hinauf zum Pass Tizi n`Test auf 2100 m Höhe. Hier fanden wir auf der Passhöhe Unterkunft im Albergo und beschlossen den Abend mit einem prima Abendessen. Die Wirtsleute waren außerordentlich freundlich und hilfsbereit.


28.10.2017 Tizi n`Test – Taliouine 105,2 km und 737 Hm

Nach einer erholsamen Nacht wurden wir mit einem ausgezeichneten Frühstück überrascht (Zimmer mit Dusche und WC sowie Halbpension für knapp 50,-- €). Um 9 Uhr starteten wir bei 12°C.


Auberge Tizi n`Test vor der Abfahrt


Auf den ersten 8 km und 350 Hm war die Strecke einspurig und in einem sehr schlechten Zustand. Wir holperten über Asphaltfetzen und durch Schlaglöcher langsam abwärts.


Miserable Straßenverhältnisse auf den ersten Kilometern


Dann ging es auf gutem Asphalt und breiter Straße 20 km flott hinunter.


Doch dann bremste uns eine 7 km lange Baustelle erneut aus. Nach 1420 m Abfahrt und 35 km erreichten wir nach 2 Stunden die Querverbindung von Agadir. Auf gutem aber sehr rauem Belag ging es dann, wie schon gewohnt, in ständigem Auf und Ab weiter bis zu unserem Tagesziel Taliouine.


Ziegen haben der Arganbaum besetzt


Taliouine

Die Temperaturen stiegen am Mittag wieder auf 32°C im Schatten (leider gibt es nahezu keinen) und 42°C in der Sonne an. Wie bei unserer Marokkoreise im Frühjahr kamen wir wieder in der Auberge Safran unter.


29.10.2017 Taliouine – Taznakht 82,6 km und 1027 Hm

Bei kühlen 12°C und leichter Bewölkung nahmen wir gleich den 1. Pass mit 1496 m in Angriff. Ein kräftiger Wind machte uns fast den ganzen Tag über zu schaffen.


Auffahrt zum ersten Pass mit dem Hohen Atlas im Hintergrund

Auf der einsamen Wüstenhochfläche gab es nur wenige Siedlungen und auch wenig Abwechslung. Weitere zwei Pässe mit 1845 m und 1830 m mussten überwunden werden.


Safranblüte; jetzt ist Erntezeit. Nur die 3 roten Safranfäden werden geerntet.


Auf der Wüsten Hochfläche


Der letzte Pass ist gleich erreicht

Nach 45 recht anstrengenden Kilometern ging es dann endlich abwärts bis wir Taznakht auf 1407 m um 15:45 Uhr erreichten. Im uns bekannten Hotel fanden wir Unterkunft und der Wirt bereitete uns eine leckere Taijine zum Abendessen zu.